Physik zum Anfassen

Airport sponsert Experimentierkästen für Schülerlabor

„Wenn ich einmal groß bin, werde ich Astronaut.“ Das ist der Kindheitstraum vieler Jungen. Daoud, David und Hicham kommen diesem Traum ein Stückchen näher. Sie besuchen den Physik-Leistungskurs des Städtischen Luisen-Gymnasiums in Düsseldorf und sind immer mit Begeisterung dabei, wenn es ans praktische Experimentieren geht.

Solarthermieanlage
Heute sind sie drei von insgesamt 17 Schülern, die im Zentrum für Innovative Energiesysteme der Hochschule Düsseldorf zu Gast sind. Auf dem Programm des vor kurzem ins Leben gerufenen Schülerlabors steht die Funktionsweise einer Solarthermieanlage. Was da genau auf sie zukommt, werden sie gleich erfahren.

SONNENENERGIE WIRD WÄRMEENERGIE

Zum Einsatz kommen dafür sieben mobile Experimentierkästen, die der Düsseldorfer Airport der Hochschule gesponsert hat. Schon seit Jahren zeigt der Flughafen soziales Engagement in seiner Nachbarschaft und unterstützt Projekte an Schulen, Kindergärten oder in Sportvereinen. Eifrig bauen die Schüler das Experiment auf. Zwölf Bauteile, dazu zählen Schläuche, ein Pumpenmodul, ein Flüssigkeitsthermometer und eine Lampe, müssen ineinandergesteckt werden. Ganz schön aufregend.

Wer kann schon behaupten, eine Solarthermieanlage bedient zu haben? Zumindest im Miniaturformat testet die Schülergruppe erstmals solch eine Anlage. Wofür ist diese Konstruktion überhaupt nützlich? Kurz erklärt: Thermische Solaranlagen wandeln Sonnenenergie in Wärmeenergie um. Diese kann beispielsweise für die Bereitung von warmem Wasser, zum Heizen von Räumen, eines Schwimmbeckens oder zum Duschen genutzt werden. Das klingt für alle einleuchtend.

SPANNUNG ABSEITS DES SCHULALLTAGS

Bei dem Experiment heute beobachten die Schüler das solarthermische System zunächst ohne jegliche Hilfsmittel. Später soll ein gebogener Spiegel, ein so genannter Parabolspiegel, eingesetzt werden. Wie sich das auf die Erwärmung des Wassers auswirkt, wird sich zeigen. Aus dem Schulalltag einmal rauszukommen und praktisch zu arbeiten, das ist es, was die drei 16-jährigen Jungs fasziniert. „Wir tüfteln einfach gern und finden naturwissenschaftliche Zusammenhänge spannend.“ Beste Voraussetzungen für ein Studium. Daoud möchte Maschinenbau studieren, David und Hicham wollen ihr fachliches Knowhow in einem Physik-Studium vertiefen. „So, und wie machen wir jetzt weiter?“, fragt der Übungsleiter in die Runde. Die Jungs wissen es sofort und setzen den gebogenen Spiegel ein. Dann schalten sie erneut die Lampe ein. Die Messung läuft.

Nun wird klar: Der Parabolspiegel verstärkt den Aufheizprozess. Die Temperatur steigt deutlich schneller an und die gemessene maximale Temperatur ist höher. Die gewonnenen Messergebnisse werden sorgfältig dokumentiert und in ein Diagramm übertragen. Anschließend diskutiert die Gruppe die Versuchsergebnisse. Mit neuem Wissen im Gepäck werden die Schüler das Gelernte am nächsten Tag in der Schule präsentieren. Denn der Ausflug zur Hochschule war Teil einer Projektwoche, die das Düsseldorfer Gymnasium mit einem breiten Angebot organisiert hat.

EXPERIMENTIERKÄSTEN AUCH MOBIL

Die Hochschule Düsseldorf bietet mit den mobilen Experimentierkästen nicht nur Schülerkurse am Campus an, sondern kommt bei Interesse auch direkt in die Schulen. „Wir sind vor kurzem erst gestartet und für die ersten Kurse bereits ausgebucht. Die Schulen sehen Bedarf für solche Konzepte. Insbesondere junge Lehrer setzen sich für außerschulisches Lernen ein“, berichtet Radojka Ille, die Projektleiterin der Hochschule.

Der heutige Kurs unter dem Titel „Die Kraft der Sonne nutzen“ im Schülerlabor war ein voller Erfolg. Das Schnuppern von Hochschulluft hat den Schülern sichtlich Spaß gemacht. Da freut sich auch die anwesende Lehrerin und verspricht, einen solchen Kurs mit weiteren Klassen zu wiederholen. Übrigens: Mit den vom Düsseldorfer Airport gesponserten Experimentierkästen sind rund 20 verschiedene Versuche möglich. Je nach Altersklasse und Vorwissen kommen unterschiedliche Experimente zum Einsatz.

INFO SCHÜLERLABOR

Sie sind Lehrer, haben Schulkinder oder wollen einfach mehr über das Schülerlabor der Hochschule Düsseldorf erfahren? Dann melden Sie sich im „Zentrum für Innovative Energiesysteme“ an der Hochschule Düsseldorf bei Frau Radojka Ille per Mail oder telefonisch unter der Rufnummer 0211-435 135 79 an.

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