Gute Botschaft vom grossen Nachbarn

EIN JAHR „DUS BOTSCHAFTER“-PROGRAMM

Der Flughafen macht seine Mitarbeiter zu Botschaftern. Ihr Auftrag: Tut Gutes und redet drüber. Sie sollen zuhause ihre Vereine unterstützen und dabei sportliche und/oder soziale Projekte möglich machen. Dafür werden sie vom Flughafen finanziell unterstützt.

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Es ist nicht so, dass Reiner Rödel eine Diplomatenstandarte auf sein Auto schraubt, wenn er ins Clubhaus fährt. Seine Vereinskollegen reden ihn auch nicht mit „Euer Exzellenz“ an und diplomatische Immunität hat er auch nicht. Obwohl er das schon ein bisschen verdient hätte.

„ROLLI ROCKERS SCHÜTZLINGE“

Denn Reiner Rödel, der seit über 20 Jahren an der Flughafeninformation arbeitet, ist seit April 2017 offizieller Flughafenbotschafter im Mülheimer Verein „Rolli Rockers Schützlinge“ und damit sozusagen die personifizierte Verbindung zwischen seinem Arbeitgeber und seinem Verein – eben den Schützlingen von Rolli Rocker. Als solcher hat er Tombolapreise und Flughafenrundfahrten für seinen Verein organisiert und dafür gesorgt, dass der Airport Rocker Rolli und seine Schützlinge mit 1.500 Euro unterstützt.

Und dieses Geld kann der Verein wirklich gut gebrauchen: „Rolli Rockers Schützlinge“ wurde von Bernd Nierhaus in Mülheim an der Ruhr gegründet und betreut behinderte Kinder und Jugendliche aus, wie Nierhaus es nennt, „schwierigen Verhältnissen“. Ganz ohne städtische Zuschüsse, allein mit privaten Spenden und der Einsatzbereitschaft seiner Mitglieder. Der ungewöhnliche Name geht zurück auf eine schwere Krankheit von Nierhaus, der seitdem im Rollstuhl sitzt. Der Zuschuss des Flughafens fließt komplett in die Neuanschaffung und Reparatur von Rollstühlen und die behindertengerechte Gestaltung des Clubhauses an der Sandstraße.

15 PROJEKTE IM JAHR

Obwohl der Düsseldorfer Airport seine Sponsoringaktivitäten in der Regel auf Gemeinden in der unmittelbaren Flughafennachbarschaft bzw. auf die in der Flughafen-Kommission vertretenen Kommunen konzentriert, liegen die Dinge beim „DUS Botschafter“-Programm etwas anders: Das Anfang 2017 vom Nachbarschaftsbüro des Düsseldorfer Flughafens ins Leben gerufene und auf 15 Projekte pro Jahr begrenzte „DUS Botschafter“-Programm bietet FDG-Mitarbeitern die Möglichkeit, mit Hilfe des Airports ihre heimischen Vereine einmalig mit 1.500 Euro zu unterstützen – und zwar unabhängig von deren Heimatorten.

Dabei kann es ebenso um die Ausstattung mit Sportbekleidung gehen, wie um die Reparatur von Rhönrädern, Hilfe beim Kauf einer Seilwinde für Gleitschirmflieger, die Förderung eines Geigenkurses oder um eine neue Plane für den Pferdeanhänger eines Voltegierclubs. Der Verwendung der Flughafenzuschüsse sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Einzige Voraussetzung: Die Kollegen müssen sich ehrenamtlich in „ihrem“ – als gemeinnützig anerkannten – Verein engagieren und seit mindestens sechs Monaten im Unternehmen sein.

Und dass Vereine, die gegen die Wertvorstellungen und moralischen Grundsätze unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft verstoßen, oder die sich gegen den Flughafen Düsseldorf engagieren – so was soll’s ja geben – von der Förderung ausgeschlossen sind, bedarf keiner weiteren Erläuterung.

UNTERSTÜTZUNG FÜR DAS EHRENAMT

„Die Nachfrage“, berichtet Marcus Schaff vom Nachbarschaftsbüro am Flughafen, „war sofort riesengroß. Da sie die Zahl der pro Jahr möglichen Botschafterprojekte bei weitem übersteigt, werden wir auch in den kommenden Jahren wieder zahlreiche DUS Botschafter ernennen.“ Es ist spannend und manchmal auch wirklich verblüffend zu sehen, so Schaff, in welchen Vereinen die Kollegen aktiv sind und welche Projekte sie mit dem Flughafengeld fördern wollen. Natürlich handelt es sich bei den zurzeit 32 Vereinen und Projekten, die am Botschafterprogramm teilnehmen, meist um Sportvereine – hauptsächlich natürlich Fußball –, von denen die meisten wiederum vom Flughafenzuschuss neue Trikots, Trainingsanzüge, Bälle, Freistoßdummies und dergleichen kaufen. Aber ebenso sind auch Gleitschirmflieger, Pfadfinder, Dressurreiter, Schwimmer, Rhönradfahrer oder Violinenspieler dabei.

Viele Vereine und Vereinsprojekte haben eine soziale Stoßrichtung und kümmern sich wie Rolli Rocker um benachteiligte Kinder, andere finanzieren mit ihrem „Flughafenbotschafterhonorar“ Integrationsprojekte für Flüchtlinge, organisieren Pfadfinderzeltlager, bauen Matschecken für Kindergärten, bringen heruntergekommene Spielplätze wieder auf Vordermann oder bauen eine Überdachung für die eigene kleine Zuschauertribüne. Was auch immer: „Mit dem DUS Botschafterprogramm können wir einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass wichtige und sinnvolle Ideen realisiert werden“, so Marcus Schaff. Willkommener und ganz klar angestrebter Nebeneffekt: Der Airport tut was für sein Image und profiliert sich als guter Nachbar.

Findet auch Bernd Nierhaus, der ohnehin der Meinung ist, dass die Industrie das Ehrenamt noch stärker unterstützen sollte. „Ohne ehrenamtliches Engagement müsste so vieles auf der Strecke bleiben. Und da kommt der Düsseldorfer Flughafen um die Ecke und unterstützt die ehrenamtliche Arbeit seiner Mitarbeiter. Das ist doch mal eine tolle Botschaft.“

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