15 Jahre Dialog mit den Nachbarn

Marcus Schaff begleitet das Nachbarschaftsbüro seit dessen Gründung

Vom Wasser in die Luft. So könnte man den Weg von Marcus Schaff an den Düsseldorfer Flughafen vor 15 Jahren beschreiben. Der 46-jährige Essener fuhr als Kapitänleutnant bei der Marine mehrere Jahre zur See. 2003 brach er dann zu rheinischen Ufern auf.

Peter Nengelken, Carin Handschug, Marcus Schaff und Felicitas Daum
In diesem Jahr hatte der Airport beschlossen, stärker in den Dialog mit seinen Nachbarn zu treten und zu diesem Zweck ein Nachbarschaftsbüro zu gründen. Und Schaff, mit seinen Erfahrungen in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, die er sich in seiner Bundeswehrzeit aneignete, passte sehr gut in das damals neu gegründete Nachbarschaftsteam, dessen Leitung er 2007 übernahm.

VON DER GORCH FOCK AN DEN AIRPORT

„Die Stelle war wie für mich gemacht. Es ging um mein Steckenpferd Kommunikation, um Vertrauensbildung und natürlich auch Imagepflege. Hinzu kam die Möglichkeit, kreativ und konzeptionell völlig neue Maßnahmen für und mit der Nachbarschaft zu entwickeln.“ Auch die Faszination Flughafen und seine Leidenschaft für ferne Länder spielte eine Rolle.

Steuerte er mit der Gorch Fock Ziele wie Lissabon, Fuerteventura, Vigo und später auf dem Zerstörer „Bayern“ sowie den Fregatten „Bremen“ und „Köln“ Puerto Rico, Uruguay, Brasilien, Argentinien, Dakar im Senegal, die Türkei, Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland, Irland oder Skandinavien an, feuert sein Blick auf den Flugplan sein Fernweh auch heute noch an.

START-UP-ATMOSPHÄRE

Seine Augen beginnen zu leuchten, wenn er sich an die erste Tage im neuen Job erinnert. „Heute würden wir wahrscheinlich von Start-up-Atmosphäre sprechen“, grinst er. Gegenüber der alten Flughafenverwaltung lag der Showroom des Nachbarschaftsteams mit Büros und Vortragsraum. „Den ersten Blick auf meinen Schreibtisch werde ich nie vergessen. Denn eigentlich konnte ich gar keinen Blick darauf werfen, so voll lag er mit Schallschutzanträgen.“

Das Schallschutzprogramm war gerade erweitert worden und entsprechend viele Anwohner wollten mit neuen Fenstern oder Lüftern ausgestattet werden. Bis heute hat der Flughafen zusammen mit den Airlines rund 74 Millionen Euro in bauliche Schallschutzmaßnahmen investiert. „Doch dafür mussten wir erstmal ein Prozedere finden und viele Ortstermine absolvieren. Das Tolle daran war allerdings, dass wir so von Beginn an sofort mit den Nachbarn in Kontakt kamen und das Interesse an unserer neuen Einrichtung fast von alleine aufflammte.“

DAS TEAM IST DER STAR

Mit „wir“ sind seine Kollegen Felicitas Daum und Peter Nengelken gemeint, die ebenfalls von Beginn an mit an Bord waren. Carina Handschug ist seit diesem Jahr hinzugekommen. „Bei uns ist eindeutig das Team der Star. Die Arbeitsatmosphäre ist angenehm und gelöst. Jeder kann seine Ideen umsetzten und seine Themen eigenverantwortlich bearbeiten. Die vielen Wochenend- und Abendtermine – oftmals mit Familie – schweißen natürlich auch ganz schön zusammen“, resümiert der Chef die Stimmung im Team.

Ein Paradebeispiel für eine zündende Idee sind die Flughafenbienen, um die sich Peter Nengelken seit 2006 kümmert. Die Tiere sind unmittelbar am Flughafen angesiedelt und über ihren Honig lassen sich Erkenntnisse über mögliche Schadstoffbelastungen der Flughafenumgebung gewinnen. Das jährliche Ergebnis: keine Auffälligkeiten. Und mit dieser 1A-Qualität schafften Bienen und Nengelken es schon in amerikanische Medien und zu Fachvorträgen in Übersee.

ERINNERUNGEN VON SÜSS BIS SÜFFISANT

Fragt man Schaff nach Anekdoten oder besonderen Erlebnissen aus den letzten 15 Jahren, sind es vor allem die zwischenmenschlichen Begegnungen, an die er denkt. „Viele Vereinsvertreter, Mitglieder von Bürgerinitiativen, Lokalpolitiker oder Anwohner kenne ich bereits aus den Anfangstagen. Über die Jahre sind einige Beziehungen so eng geworden, dass wir regelmäßig zu Geburtstagen oder – leider – manchmal auch Beerdigungen eingeladen werden.“

Immerhin unterstützt das Nachbarschaftsbüro seit seiner Gründung rund 200 Vereine und soziale oder kulturelle Institutionen pro Jahr, besucht zwischen 150 bis 200 Veranstaltungen jährlich und beantwortet im Durschnitt 5.000 Anfragen pro Jahr – entsprechend oft ergeben sich Gelegenheiten zum Dialog. Konkrete Erinnerungen reichen dagegen von süß bis süffisant und spielen sich oft am Infobus ab, mit dem die Umlandgemeinden – gemeinsam mit der Deutschen Flugsicherung – bereits seit 15 Jahren regelmäßig besucht werden. „So konnten wir uns an heißen Tagen nicht nur einmal über eine Eisspende freuen. Und auch das Schmunzeln kommt nicht zu kurz, wenn jemand mit einem laut knatternden Motorrad heranrauscht, um sich über Fluglärm zu beschweren.“

Als jährliches Highlight nennt der Hobby-Karateka das Weihnachtssingen der Lohauser Kinder. Pünktlich zum ersten Adventswochenende schmückt ein beleuchteter Weihnachtsbaum den Ortseingang des Stadtteils. Gestiftet wird er – wie seit über zehn Jahren – vom Düsseldorfer Airport. Nach einer gemeinsamen Schmückaktion beschließen die Kleinen den Tag dann mit ihrem Gesang. „Bei solchen Gelegenheiten wird mir besonders klar, wie sehr ich meinen Job und eben diesen Kontakt mit den Nachbarn schätze“, schließt Schaff.

KONTAKT ZUM NACHBARSCHAFTSBÜRO

Das Nachbarschaftsbüro ist zentrale Anlaufstelle für Anwohner des Düsseldorfer Flughafens. Das Nachbarschaftsteam informiert unter anderem über Flugrouten, die Fluglärmbelastung im Umfeld des Flughafens oder die Betriebszeiten. Das Team beantwortet auch Fragen zur Luftqualität und gibt Auskunft, welche Schallschutzmaßnahmen möglich sind. Darüber hinaus bietet das Nachbarschaftsbüro regelmäßig Flughafenrundfahrten und Informationsveranstaltungen an. Zusätzlich tourt das Nachbarschaftsteam mit einem Infobus durch die Nachbarstädte.

Anschrift:
Flughafen Düsseldorf GmbH
Nachbarschaftsbüro
Flughafenstr. 105
40474 Düsseldorf

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag von 9:00 bis 16:00 Uhr.

Telefon: 0211 421-23366
Telefax: 0211 421-24345
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