ALLES TANZT NACH SEINER PFEIFE

PATRICK CROONEN GIBT DER ERLEBNISWELT FLUGHAFEN EIN GESICHT

Leichtfüßig bewegen sich die Profitänzer über das Parkett. Die herausgeputzten Damen lassen ihre glitzernden Kleider fliegen, die Herren im edlen Zwirn fangen sie nach jeder Pirouette wieder sicher auf. Die Zuschauer applaudieren lautstark. Vorbei-eilende Reisende bleiben verdutzt stehen. So ein Tanzturnier in der Abflughalle eines Flughafens, das ist außergewöhnlich. Abseits der Tanzfläche steht ein Mann mit prüfendem Blick. Er hält die unsichtbaren Fäden dieser Großveranstaltung in der Hand. Patrick Croonen ist für das Event „TanzTerminal, tanz!“ im Juni verantwortlich. Nur ein kleiner Teil seiner Tätigkeit.

Absperrband
Das Telefon ist eines der wichtigsten Arbeitsgeräte von Patrick Croonen. In seinem Handy sind Kontakte im vierstelligen Bereich gespeichert. „Ich kann keine Choreographien schreiben, kein Tonpult bedienen oder Bühnen aufbauen. Mein Job ist es, die Leute, die das gut können, zusammen zu bringen“, so beschreibt er selbst seine Arbeit mit bescheidenen Worten. Zusammen mit seinem Mitarbeiter André Barczewski plant Patrick Croonen die außer-gewöhnlichen Veranstaltungen, die jeden Monat tausende Zuschauer an den Airport locken. Eine Skisprungschanze mitten in der Abflughalle, ein  Open-Air-Kino auf der Flughafenterrasse oder Zirkusakrobaten unter dem Terminaldach – all das hat es schon gegeben. 

Impressionen TanzTerminal, tanz!

Glamour beim Tanz im TErminal

„TanzTerminal, tanz!“ ist einer der beliebtesten der so genannten „Event Sonntage“. Die Besucher können den gesamten Tag über Tanzworkshops besuchen. Stars der aktuellen Staffel der TV-Sendung „Let’s Dance“ sorgen für den Glamourfaktor. „Weil wir das Event bereits zum sechsten Mal veranstalten, geht die Organisation verhältnismäßig schnell“, erklärt Croonen. Ab Oktober nimmt er Kontakt zur Tanzszene auf und lädt die besten Lateinpaare des Landes ein. Ab März ist er auf der Suche nach den prominenten Gästen: „Ich versuche herauszufinden, welche ,Let’s Dance‘-Kandidaten für uns in Frage kommen.“ In diesem Jahr hatte Croonen wieder einmal den richtigen Riecher: Mit Enissa Amani und Minh-Khai Phan-Thi kamen die Viert- und Zweitplatzierte und absoluten Publikumslieblinge an den Airport.

Es wird heiß

Ab April geht es dann in die heiße Planungsphase. Wo findet wann welcher Tanzkurs statt? Wie sieht das Rahmenprogramm aus? Und unterliegen alle verwendeten Materialien auch den Brandschutzbestimmungen? Das sind nur einige Fragen, um die sich Patrick Croonen Gedanken machen muss. Oberste Prämisse bei seinen Überlegungen: Das operative Flughafengeschäft darf nicht gestört werden. Denn der Flugbetrieb läuft ganz normal weiter, auch wenn sich über den Tag verteilt etwa 20.000 zusätzliche Besucher im Terminal tummeln.

Immer ein Plan B

Am Veranstaltungstag selbst rotiert Patrick Croonen. Zwischen dem Smalltalk mit den Prominenten und der Siegerehrung des Lateinturniers klingelt das Handy pausenlos. Die Teilnehmer des Tanzwettbewerbs müssen verkündet werden, ein Journalist bittet um ein kurzes Interview, das Wasser für die Tänzer droht auszugehen. Croonen bleibt ruhig. „In meinem Job muss man stressresistent sein“, sagt er. Der 45-Jährige ist Perfektionist. „Es muss alles klappen. Und wenn doch mal etwas schief läuft, haben wir immer einen Plan B in der Tasche.“ Der Erfolg gibt ihm Recht: Die „Event Sonntage“ sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 

einen Ausflug wert

Dem Eventteam geht es nicht primär ums Verkaufen, obwohl Croonen für das Marketing der Einzelhändler am Airport verantwortlich ist: „Wir wollen den Flughafen als attraktives Ausflugsziel etablieren, auch wenn es nicht direkt in den Urlaub geht.“ Regelmäßigkeit sei dafür besonders wichtig. „Wir versprechen: Einmal im Monat präsentieren wir die Erlebniswelt Flughafen durch ein Event.“


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