Gastronom aus Leidenschaft

GÜNTER KEPP MANAGT ZEHN RESTAURANTS AM AIRPORT

Ein einziges Restaurant zu führen, ist schon keine leichte Aufgabe. Günter Kepp trägt am Flughafen Düsseldorf die Verantwortung für gleich zehn Gastronomien. DUSmomente stattete ihm einen Besuch ab.

Kuchen garniert mit Erdbeeren
Eigentlich war nur ein halbes Jahr geplant. Damals, im Juli 2010, als Marché Mövenpick seine ersten Gastronomieflächen am Düsseldorfer Airport eröffnete. Günter Kepp sollte das Management in den ersten Monaten übernehmen. Mittlerweile sind aus den sechs Monaten über sieben Jahre geworden und der 62-Jährige ist nicht mehr vom Flughafen wegzudenken.

KEIN TAG WIE DER ANDERE

Jeder kennt ihn hier. Beinahe täglich sieht man den groß gewachsenen Gastronomen mit der markanten Brille und dem spitzbübischen Lächeln durch einen der Flugsteige eilen oder freundlich grüßend am Restauranteingang stehen. Er ist für zehn Restaurants und sämtliche Automaten in den Flugsteigen verantwortlich, führt 150 Mitarbeiter und weiß jederzeit, was am Airport los ist. Das ist nur mit wahrer Leidenschaft für die Gastronomie zu stemmen – und diese Leidenschaft besitzt Kepp zur Genüge.

„Kein Tag ist wie der andere“, sagt er über seinen Beruf. Denn der Airport bringt so seine Besonderheiten mit sich. Das fängt mit der Suche nach gutem Personal, das die airportüblichen Zeiten nicht scheut und im besten Falle neben Englisch noch eine weitere Fremdsprache spricht, an und hört bei der Logistik der Ware, die ihren Weg in den Sicherheitsbereich findet, lange nicht auf. Damit alles läuft, muss vor allem Kepp viel laufen. Sein Tag beginnt um 7:30 Uhr mit einer ersten Runde durch alle Restaurants in den Flugsteigen im Sicherheitsbereich und im öffentlichen Teil des Flughafens.

„Wir kennen die Stoßzeiten in unsere Läden sehr genau und wissen, was die Gäste wollen.“ Damit meint Kepp zum Beispiel, dass frühmorgens im „San Pino“ im Flugsteig A dank zahlreicher Partytouristen mehr Bier als Kaffee über die Theke geht. Im „Palavrion“ mit Vorfeldblick dagegen brummt vor allem das Abendgeschäft, wenn die Geschäftsleute Feierabend haben und den gerne kulinarisch begehen.

FRISCHE UND HOCHWERTIGE PRODUKTE

Tagsüber schaut Kepp überall nach dem Rechten, sorgt für Warennachschub aus dem Lager und hilft auch mal im Service aus. Zwischendurch ruft die Büroarbeit. Abends geht er dann erneut seine Runde. „Wenn alles läuft, mache ich gegen 19:30 Uhr Feierabend.“ 16.000 Schritte kommen so während eines Arbeitstages zusammen, verrät ihm sein Handy. Als wäre das nicht genug, geht er morgens noch drei- bis viermal die Woche am Rhein joggen. „Da bekomme ich den Kopf frei“, sagt er.

Ein freier Kopf hilft ihm, die Fäden in der Hand zu halten. Egal, ob man fragt, wie viele Flaschen pro Tag in die Getränkeautomaten gefüllt werden müssen (1.200), oder wieviel Mehl die hauseigene Bäckerei im Jahr verarbeitet (90 Tonnen). Kepp weiß es. „Viele sind überrascht, wie frisch und qualitativ hochwertig unsere Produkte sind. In den vergangenen Jahren hat sich in Sachen Airportgastronomie unheimlich viel getan.“ Davon überzeugt sich der ehemalige Sternekoch täglich: „Ich esse jeden Tag in einem unserer Restaurants und kontrolliere so, ob es schmeckt, wie es schmecken soll.“

WEINLIEBHABER

Selbst steht der Düsseldorfer nur noch selten am Herd. „Zuhause kocht meine Frau und das ziemlich gut. Allerdings ist sie Vegetarier und meine beiden Töchter Veganer. Wenn ich Fleisch möchte, muss ich es also heimlich am Airport essen“, sagt er lachend. Dafür kümmert er sich um die passende Weinbegleitung. Der Rebsaft ist Kepps größtes Hobby, wie er selbst sagt. „Wer viel über Wein lernen will, muss viel Wein probieren.“ Das tut er zum Beispiel in seinem privaten Weinkeller. Mehrmals im Jahr organisiert er auch Weinproben für Freunde und Bekannte.

Im Urlaub in der Toskana trinkt er seinen Lieblingstropfen, einen Vino Nobile di Montepulciano. Klar, dass Kepp sein Wissen auch gern weitergibt. Im „Palavrion“ gerät er vor dem großen Weinregal nicht selten mit einem Gast ins Fachsimpeln. Doch dann muss er schon wieder weiter, die neue, vegetarische Selbstbedienungstheke im „Maché Restaurant“ begutachten, Personaleinsätze planen, Bestellungen aufgeben.

Und wenn dann mal irgendwann der Ruhestand ansteht? „Dann werde ich mir einen großen Traum erfüllen und mich an einem Weinberg an der Mosel beteiligen“, sagt Kepp und seine Augen glänzen. Noch habe er allerdings viel am Airport zu tun. Eben ein Gastronom durch und durch.

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