Wer zu spät kommt, DEN BESTRAFT DER AIRPORT

Wer seine Bank wechselt, bekommt eine Prämie. Für den alten Diesel gibt es vergünstigt einen neuen Benziner. Den Sport im Fitnessstudio belohnt die Krankenkasse. Beim Einkauf ist das dritte Teil im Shop umsonst. Mit finanziellen Anreizen wird heutzutage einiges gesteuert. Auch der Düsseldorfer Flughafen honoriert mithilfe seiner Entgeltordnung bei den Fluggesellschaften den Einsatz leiser, umweltfreundlicher und pünktlicher Flieger.

Luftbild Flughafen Düsseldorf
Doch reicht das aus? Diese Frage sorgte unlängst für Gesprächsstoff in einigen Medien. Werden Spätlandungen an Flughäfen mit gestaffelten Gebühren effektiv bekämpft? Die Meinungen gehen hierbei auseinander. Schauen wir doch einmal gemeinsam genauer hin.

Fluggesellschaften, die an einem Airport starten und landen, Maschinen abstellen oder Fluggasteinrichtungen nutzen, zahlen hierfür Gebühren. Diese Flughafenentgelte dienen der Refinanzierung der Infrastruktur sowie den daraus resultierenden Kosten und müssen vom Verkehrsministerium genehmigt werden. Die unterschiedlichen Entgeltordnungen der Airports sind dabei teilweise sehr komplex. Im Grunde ist das Prinzip in Düsseldorf aber ganz einfach: Wer spät kommt, zahlt mehr! Laute Triebwerke kosten auch mehr Geld. Wer hingegen umweltbewusst unterwegs ist, zahlt weniger. Denn die Entgeltordnung des Düsseldorfer Flughafens bietet den Fluggesellschaften hierfür die jeweiligen Anreize.

DER DÜSSELDORFER Airport NIMMT BEIM LÄRMSCHUTZ EINE VORREITERROLLE IN DEUTSCHLAND EIN

Bei den Start- und Landeentgelten gibt es in Düsseldorf neben gewichtsabhängigen Grundbeträgen sowohl eine lärmabhängige, als auch eine schadstoffbezogene Komponente. Die Lärmzuschläge sind je nach Tages-, Nachtrand- oder Nachtzeit gestaffelt. Die Beträge können hierbei bis zu siebenmal so hoch sein. Die Entgeltordnungen der unterschiedlichen Flughäfen lassen sich allerdings in ihrer Struktur nur schwer miteinander vergleichen. Die Gegebenheiten an jedem Standort sind halt etwas anders. So ist Frankfurt beispielsweise insgesamt in der Entgeltbelastung im absoluten Wert teurer als Düsseldorf, nicht aber bei der prozentualen Spreizung zwischen der Tag- und Nachtlandung. Ein Flug verteuert sich im Tagesverlauf. Und genau diese Staffelung ist letztlich für die verkehrssteuernde Funktion an einem Standort entscheidend.

Ein Beispiel: Die Landung eines A330 kostet in Düsseldorf zwischen 22:00 und 22:59 Uhr insgesamt 190 Prozent mehr als in der Tageszeit. In absoluten Werten: eine Steigerung von 385 auf etwa 733 Euro (ohne Passagier-, Positions- und Abstellentgelte). Die Kosten für eine entsprechende Landung nach 23:00 Uhr liegen in Düsseldorf bei 270 Prozent Steigerung (in Summe etwa 1.040 Euro).

DÜSSELDORF IST BEI DEN NACHTRANDZEITEN DER AIRPORT MIT DER ZWEITHÖCHSTEN SPREIZUNG ALLER DEUTSCHEN VERKEHRSFLUGHÄFEN

Insgesamt gesehen machen die Start- und Landegebühren im Rahmen der flugabhängigen Entgelte für die Airlines neben Treibstoff, Bodenabfertigung, Technik oder Flugsicherung nur einen Teil ihrer Kosten aus. Darüber hinaus fallen für die Fluggesellschaften noch passagierabhängige Kosten sowie operative Fixkosten an. Hinzu kommt, dass der Airport stets dazu angehalten ist, in der Entgeltberechnung gesetzliche Vorgaben einzuhalten – beispielsweise einen klaren Kostenbezug oder die Nicht-Diskriminierung. Dennoch steht fest: Fluggesellschaften, die leisere Flugzeuge einsetzen und pünktlich sind, merken dies durchaus im Geldbeutel. Nicht unbedingt bei einer Landung, aber die Menge macht es. Der Wettbewerb im Luftverkehr ist hart.

Letztlich können die Entgelte daher nur ein Puzzleteil von mehreren Stückchen sein. In Zeiten von hohen Ausgleichszahlungen hat niemand im Luftverkehr ein Interesse an Verspätungen. Darum unternimmt der Airport gemeinsam mit seinen Partnern zahlreiche operative Anstrengungen, um die Pünktlichkeit zu erhöhen und damit aktiven und nachhaltigen Lärmschutz zu betreiben. Alleine auf verkehrssteuernde Effekte von wirtschaftlichen Anreizen zu setzen, wäre sicherlich zu wenig.

WAS SIND FLUGHAFENENTGELTE?

Die Flughafenentgelte setzen sich aus den unterschiedlichsten Komponenten zusammen. In Düsseldorf wird zwischen Start- und Landeentgelten, Passagier-, Positions- und Abstellentgelten unterschieden. Das zuständige Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen hat die am 1. Januar 2018 in Düsseldorf in Kraft getretene Entgeltordnung genehmigt. Sie gilt bis Ende 2020. Die Behörde kam in ihrer Prüfung zu dem Ergebnis, dass die Entgelte nach geeigneten, objektiven und diskriminierungsfreien Kriterien geregelt sind.

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