Kleine Zeitreise

MARTIN REIFFER HAT EIN MODELL DES DÜSSELDORFER AIRPORTS GEBAUT

Eigentlich wollte er Pilot werden. Auf die Frage warum Martin Reiffer jetzt als Englisch- und Religionslehrer an einem Essener Gymnasium unterrichtet, antwortet er: „Man muss halt breit aufgestellt sein.“ Humor hat der 43-jährige also. Braucht er bestimmt auch in seinem Beruf. Dabei sind die Schüler viel besser als ihr Ruf, wie er ausdrücklich betont. Aber wir sind nicht in den Essener Süden gefahren, um mit ihm über Bildung und Schule in Deutschland zu plaudern.

Bauplan
Reiffer hat in einer Facebook-Gruppe Fotos von einem Modell des Düsseldorfer Airports veröffentlicht, die so echt aussahen, dass es sofort Likes und begeisterte Kommentare hagelte. Alles stimmte genau. DUSmomente war bei dem akribischen Modellbauer zu Besuch.

EIN JAHR ARBEIT

Das Modell zeigt den Flughafen Düsseldorf, wie er Ende der achtziger Jahre ausgesehen hat. So etwas kann man nicht kaufen, das muss man schon selbst bauen. Und genau das hat Martin Reiffer getan. Er ist eher der akribische Typ. Was er macht, muss bis ins Detail stimmen. Ein Tüftler, der auch noch mal ganz von vorn anfängt, wenn er mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist.

Über ein Jahr lang hat er an dem Modell gebaut, die Stunden nicht gezählt. Grundlage waren Pläne des Airports und die hat Reiffer in einer Architektur-Zeitschrift im Antiquariat gefunden. Zu Beginn der siebziger Jahre wurden exakte Zeichnungen des damals geplanten Terminals veröffentlicht. Mit allen Details, die genau das Innenleben der Flugsteige zeigten sowie Schnittzeichnungen durch die Gebäude. Genau das was er brauchte. Die Pläne im Maßstab 1:1000 wurden vergrößert. Reiffer entschied sich für den Nachbau im Maßstab 1:400.

Seit dem Jahr 2000 hat er Flugzeugmodelle in diesem Maßstab gesammelt. Mit dem Modell des Terminals suchte er eine Möglichkeit, diese Flugzeuge in einer adäquaten Umgebung zu präsentieren. Dabei hat er Flieger ausgesucht, die tatsächlich Ende der achtziger Jahre regelmäßig in Düsseldorf zu sehen waren. Die Zeit, in die seine Kindheitserinnerungen zurückreichen. Air Canada, Japan Air Lines und Lufthansa flogen damals Langstrecken, LTU dominierte am Flugsteig C. Reiffer hat darauf geachtet, die Flieger so hinzustellen, wie sie tatsächlich geparkt wurden. „Hoffentlich komme ich nicht zu sehr als Nerd rüber“, befürchtet er. Nein, das alles so korrekt und stimmig ist, macht es doch aus.

STYRODUR UND KUNSTHARZ

Die Grundform der Gebäude hat Reiffer aus Styrodur, einem feinporigen Styropor, ausgeschnitten und anschließend die Fassade aus bedrucktem Silberpapier aufgeklebt. Die Fluggastbrücken waren schon aufwändiger herzustellen. Zunächst wurde am Computer ein 3D-Modell erstellt, das Reiffer danach aus Kunstharz im 3D-Druck produzieren ließ. Die kleinen Objekte wurden lackiert und montiert.

Bei der Gestaltung der Zufahrtstrassen half ihm ein Modellbauer aus Berlin mit Plänen aus, der selbst ein Modell des Düsseldorfer Flughafens baut. Besondere Aufmerksamkeit schenkte Reiffer dem Hintergrundfoto, das sehr zu dem realistischen Eindruck des gesamten Modells beiträgt. Es ist eine Kombination, die aus einem älteren Foto aus einer Flughafenbroschüre und eigenen Aufnahmen besteht. Übrigens, alte Airport-Broschüren sammelt Reiffer auch.

Auf dem Dachboden seiner Wohnung steht auch noch eine Modelleisenbahnanlage. Kleiner als das Flughafenmodell. Doch das ist vielleicht nur der Anfang, wer weiß. Weitere Projekte sind derzeit aber nicht in Planung. Das Modell des Flughafens ist zur Osterzeit fertig geworden. Jetzt ist erstmal Pause. Martin Reiffer hat auch noch andere Interessen. England und Schottland faszinieren ihn. Als Englischlehrer nur folgerichtig, wie er meint. Doch wer einmal mit dem Virus „Luftverkehr“ infiziert ist, kommt selten davon los. Wie wäre es mit London-Heathrow en miniature?

Schritt für Schritt zum Flughafenmodell

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