Freiheit des Fliegens

MIT DEM PRIVATJET ZU DEN HOTSPOTS IN EUROPA

Einmal im Privatjet nach Nizza fliegen? Champagner trinken und die Füße dabei hochlegen? Ohne nervige Sitznachbarn, ohne Gedränge an Bord? Wer träumt nicht davon. Tamon Takeoka hat sich diesen Traum erfüllt. Regelmäßig steigt er in einen Citation Jet von Cessna und fliegt zu den europäischen Hotspots.

Privatjet auf dem Vorfeld
Auf Champagner verzichtet er dabei jedoch gern. Denn als Kapitän nimmt er selbst den Steuerknüppel in die Hand. Takeoka fliegt für die Charterfluggesellschaft Air Hamburg mehrere Hundert Flughäfen im Jahr an. Von großen bis kleinen Airports ist alles dabei. Manchmal landet er sogar an Militärflughäfen. Von Düsseldorf aus startet Takeoka in Richtung Paris, Nizza, Genf oder London. „Das sind die am stärksten nachgefragten Ziele unserer Kunden“, sagt er. 

Wo soll's hingehen?

Sieben Tage am Stück ist der 34-Jährige dann im Dienst. So geht es für ihn von London aus zum Beispiel weiter nach Ibiza. Von Ibiza anschließend nach Moskau. Als nächstes steht dann Sardinien auf seinem Flugplan. Ganz so, wie die Kunden es wünschen. „In dem Job muss man in jedem Fall flexibel sein. Man weiß oft nicht, was morgen ist. Flugpläne können sich kurzfristig ändern“, sagt der passionierte Kapitän. Bei Geschäftsleuten kommt es öfters vor, dass am Tag gleich mehrere Flughäfen angeflogen werden. Der Vorteil liegt laut Takeoka auf der Hand: „Das ist für die Planung von Geschäftsterminen oft effektiver. Mit Linienflügen ist es meist schwer darstellbar, seine gewünschten Zeiten und Ziele so zu kombinieren. Mit einem Privatjet ist ein Flugplan nach Maß möglich. Und für Firmen kann dieses individuelle Paket sogar günstiger sein. Insbesondere dann, wenn mehrere Kollegen gemeinsam reisen.“ Somit ist es nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Kunden in der Tat Geschäftsreisende sind. Gelebte Praxis ist es dabei auch, einen Linienflug mit einer Strecke im Privatjet zu kombinieren. Zum Beispiel aus Asien oder Amerika kommend, können dann im Anschluss mit einem individuell gebuchten Jet kleine Regionalflughäfen angeflogen werden.

Exklusiver Kundenservice und Diskretion

Doch wo genau fliegen die Privatjets überhaupt ab? Am Düsseldorfer Airport werden sie im sogenannten „General Aviation Terminal“ (GAT) abgefertigt. Mit eigenem Checkin, eigener Sicherheitskontrolle und eigenem Wartebereich. „Für die Passagiere geht es dort im Vergleich zum regulären Terminal mit Linienflugbetrieb entspannter zu“, erzählt Takeoka. Die persönliche Betreuung ist für ihn das A und O. „Ich bin nicht nur Pilot, sondern auch als Manager vor Ort für einen reibungslosen Ablauf verantwortlich.“ Da kann es auch vorkommen, dass noch schnell ein Blumenstrauß für die Ehefrau oder Kinderspielzeug für die Kleinen an Bord organisiert werden müssen. Das Team kümmert sich auf Wunsch auch um Hotelbuchungen und Mietwagen am Reiseziel. Natürlich gegen Aufpreis. Apropos Preis. Was kostet denn ein Flug im Privatjet und können sich Normalsterbliche dies jemals leisten? „Grundsätzlich kann man festhalten, dass eine Flugstunde bei Air Hamburg ab rund 3.000 Euro kostet. Abhängig von der Strecke und dem Reiseziel kommen noch Gebühren hinzu“, erklärt Takeoka. Auch so genannte Leerflüge, wenn das Flugzeug beispielsweise nach der Landung in Nizza ohne Passagier wieder zurück nach Deutschland fliegt, müssen bezahlt werden. „Für viele ist und bleibt es natürlich etwas Besonderes. Aber es kommt immer häufiger vor, dass ein Flug im Privatflieger zum Hochzeitstag oder runden Geburtstag verschenkt wird. Hin und wieder müssen mein Co-Pilot und ich auch bis zur Landung dicht halten und dürfen nicht verraten, wohin es geht. Da spielen wir natürlich gerne mit“, lacht Takeoka. Beliebt sind auch individuelle Flüge an Silvester, um den Jahreswechsel bei Zeitunterschied an verschiedenen Orten zweimal zu feiern.

Welche VIPs schon bei ihm an Bord waren, möchte Takeoka nicht verraten, denn Diskretion ist in diesem Job selbstverständlich. Ob Politiker, Botschafter, Fußballprofi oder Schauspieler. Des Öfteren hat er auch schon DJs nach Ibiza geflogen. Etwa 1.000 Passagiere im Jahr steigen bei ihm ein. Viele sieht man nicht wieder, aber Stammgäste gibt es natürlich auch. Ob zum Weltwirtschaftsforum in Davos, zu den Filmfestspielen in Cannes oder zur Eröffnung der Skisaison in St. Moritz. Tamon Takeoka ist für jeden Einsatz bereit.

WAS PASSIERT EIGENTLICH AM GENERAL AVIATION TERMINAL (GAT)?

Das „General Aviation Terminal“ für die Abfertigung von Privat- und Geschäftsflugzeugen wurde im Juni 2006 im Westen des Düsseldorfer Flughafengeländes eröffnet. Als „General Aviation“ (Allgemeine Luftfahrt) gilt der Teil der zivilen Luftfahrt, der nicht zum Linien- und Charterverkehr gehört. Pro Jahr starten und landen in Düsseldorf etwa 10.000 Flugzeuge mit über 16.500 Passagieren in diesem Verkehrssegment. In dem 800 Quadratmeter großen Terminal befinden sich eine Sicherheits- und Passkontrolle, eine Executive Lounge und ein kleines Konferenzzentrum. Zur Ausstattung gehören eine eigene Lounge für Piloten und ein Briefingraum. Die komplette Verantwortung für den Betrieb liegt beim Schweizer Unternehmen Jet Aviation. Dazu gehören das Lotsen von Flugzeugen, die Reinigung und das Betanken der Maschinen, das Inkasso der Entgelte und die Zugangskontrolle zum Sicherheitsbereich.

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