Daten und Bauchgefühl

THOMAS HANSEN LEITET DAS AIRPORT CONTROL CENTER

Für DUSmomente öffnete Thomas Hansen die Pforten des Airport Control Centers und gewährte Einblick in die operative Schaltzentrale des Düsseldorfer Airports.

Thomas Hansen
Der Airport steht nie still. Konzentriert schaut Thomas Hansen auf die große Videowand. Läuft alles wie geplant? Sofort nimmt einer der Kollegen Kontakt zum Tower auf. Die nächste Maschine ist noch acht Meilen entfernt. Zeit genug, die letzten Maßnahmen für die nächste Landung zu treffen.

MIT GESCHULTEM BLICK

Thomas Hansen und sein Team von 36 Kollegen im „Airport Control Center“ (ACC) des Düsseldorfer Flughafens sind routiniert. Professionelles Fliegerenglisch, Abkürzungen und Tastaturgeklapper schallen durch den Raum. Auf einem rund 16 Meter langen Bildschirm verfolgt das Team im ACC immer aktuell die Wetterdaten, den Flugplan oder über aktuelle Kameraansichten die Prozesse auf dem Flughafengelände.

„Den Airlines und Passagieren sollen die vorhandenen Ressourcen am Standort immer bestmöglich zur Verfügung stehen, um komfortabel reisen zu können. Und genau das ist unser Job. Immer mehr Akteure sind hierbei involviert und müssen koordiniert werden.“ Mit einem geschulten Blick erkennt ACC-Leiter Thomas Hansen, ob alles in Ordnung ist. Auf dem Start und Landebahnsystem und den Parkpositionen läuft im Moment alles nach Plan.

DAS OPERATIVE HERZSTÜCK

„Gemeinsam mit den Airlines und allen anderen Partnern nehmen wir in Düsseldorf jede Menge Anstrengungen auf uns, um Verspätungen bestmöglich zu vermeiden. Das Airport Control Center leistet hierbei einen wichtigen Beitrag“, erklärt Thomas Hansen. Rund drei Millionen Euro hat der Flughafen in sein „operatives Herzstück“ investiert. Gemeinsam mit den Verkehrsleitern bildet das ACC die Schnittstelle aller Entscheidungen im operativen Geschäft.

Oft geht es Schlag auf Schlag, gleichzeitig müssen mehrere Themen jongliert werden. Denn über 600 Starts und Landungen gibt es täglich am Düsseldorfer Flughafen. Transferpassagiere müssen ihre Anschlussflüge mit ihrem Gepäck erreichen. Doch im ACC bleibt man relaxt. Von hier aus werden Flüge, Passagierströme und Gepäckverladung gesteuert. Sämtliche Prozesse werden koordiniert, benötigte Ressourcen eingeplant und mögliche Schwachstellen im Ablauf frühzeitig identifiziert. Wann erreicht die Maschine ihre endgültige Parkposition, damit die Flugzeug- und Gepäckabfertigung nahtlos beginnen kann? Wie viele Passagierbusse stehen bereit? Ob Gepäckausladung, Passkontrolle oder der Transport der Koffer vom Flugzeug zum Terminal – alles muss reibungslos und möglichst schnell passieren.

EIN TEAM VON 36 SPEZIALISTEN

Das Airport Control Center am Flughafen ist eine hochmoderne Schaltzentrale. 18 Spezialisten des Flughafens, der Airlines, der Bundespolizei, der Abfertigungsunternehmen und der Handlings- gesellschaften arbeiten hier pro Schicht Hand in Hand zusammen. Wichtige Entscheidungen müssen in immer kürzeren Abständen getroffen werden. Ständig halten die Mitarbeiter im ACC Kontakt zur Deutschen Flugsicherung, zu Eurocontrol, zum Deutschen Wetterdienst oder zu anderen Luftverkehrsdrehkreuzen.

Durch dieses intensive Zusammenspiel steigert der Flughafen auch die Effizienz am Standort. Hansen: „Im Luftverkehr kann wirklich niemand Verspätungen gebrauchen. Die Maschinen blockieren dann Ressourcen wie zum Beispiel Abstellpositionen, die eigentlich anderweitig gebraucht werden. Mit Blick auf die Start- und Landebahn brauchen wir für solche Fälle eine flexiblere Pistennutzung, um über den Tag aufbauende Verspätungen mit der DFS schnellstmöglich wieder minimieren zu können.“

Im Airport Control Center werden alle Hebel in Bewegung gesetzt. Thomas Hansen hat als Leiter des ACCs seinen Traumberuf gefunden. Seit 1986 arbeitet der 48-Jährige aus Velbert am Airport. Er weiß, wovon er spricht. Zunächst war er hier in der Flugzeugbeladung, Enteisung und dann als Verkehrsleiter vom Dienst tätig. Hansen liebt das Gewusel am Flughafen, von dem Außenstehende denken könnten, es sei völlig willkürlich und ungeplant. Aber jeder, der hier arbeitet, weiß, es läuft so, wie es im Vorfeld mit den Beteiligten vereinbart worden ist. Hansen: „Ich bin ein Freund von validen Daten. Hierauf basierend lässt sich eine solide Planung machen. Aber es braucht dazu auch ein gesundes ‚Bauchgefühl‘, um auf die täglichen operativen Rahmenbedingungen reagieren zu können. Die Mischung macht den Reiz aus.“

SCHNELL UND AKTIV

Es donnert und blitzt. Ein Schlechtwettergebiet in Flughafennähe muss beim Anflug auf NRWs Landeshauptstadt plötzlich umflogen werden. Für einige Maschinen beginnt ein Ringen um jede Minute. „Bisher lief heute alles nach Plan. Aber jetzt wird’s sportlich“, sagt Hansen. Alle Anwesenden sind hellwach. Von den Mitarbeitern im Front Office wird erwartet, auch in solchen unerwarteten Situationen schnell und effektiv zu handeln. Verharren, prüfen, telefonieren.

Die Monitore liefern jede Menge Infos. Umfangreiche Softwaresysteme zum Beispiel zur Verkehrsüberwachung und -prognose sind im Einsatz. So behalten Thomas Hansen und sein Team letztlich den Überblick in solchen schwierigen Situationen. „Wir versuchen jeden Tag, die Flüge pünktlich ankommen und abfliegen zu lassen.“ Anwohner und Passagiere profitieren maßgeblich hiervon.

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