Bildgewaltig

THOMAS CLAUBERG IST FÜR DIE KAMERAS UND MONITORE AM AIRPORT VERANTWORTLICH

Sie gehören zu den beliebtesten Inhalten auf der Homepage des Flughafens: Gleich nach der Startseite und den Fluginformationen rangieren die Webcams ganz weit oben in der Gunst der Besucher. Rund 3,1 Millionen Mal haben Fans die Bilder von den fünf verschiedenen Kamerastandorten im vergangenen Jahr aufgerufen.

Webcam-Perspektive Flugzeugabfertigung
Die Bilder werden zeitversetzt, mit sieben bis zwölf Minuten Abstand zum Livebild, übertragen. Warum, das erklärt uns Thomas Clauberg, der mit seinem Team alle Kameras am Airport technisch betreut. „Wir brauchen diesen geringen Zeitversatz zu den Live-Daten, um die Übertragung stoppen zu können, wenn wir das möchten, wollen aber trotzdem attraktiv für die Zuschauer bleiben.“

1.200 Kameras im Blick

Wer jetzt glaubt, Clauberg schaut den ganzen Tag nur Webcams, liegt trotzdem falsch. Der 54-jährige Videosystemtechniker hat viele Aufgaben und ist für rund 1.200 Kameras auf dem gesamten Flughafengelände verantwortlich. Dabei hat alles bescheiden angefangen, als der ausgebildete Funkelektroniker 1986 am Flughafen begann. Anfang der 90er Jahre beobachteten gerade einmal 70 Kameras das Geschehen auf dem Vorfeld und in der Gepäckausgabe. Seitdem hat sich viel getan, technisch und für Thomas Clauberg persönlich. Denn mit dem Fortschritt musste auch seine Qualifikation Schritt halten. Seinen alten Industrieberuf gibt es heute ebenso nicht mehr wie Röhrenkameras oder analoge Bildaufzeichnung.

Sicherheit im Fokus

Die Gründe für immer mehr Videotechnik und damit mehr Kamerastandorte sind in erster Linie sicherheitsrelevante Fragen am Airport. Der Vorfeldbereich wird genauso überwacht wie der Flughafenzaun, der das gesamte Gelände umgibt, und das Terminal. Ein großer Verkehrsflughafen wie Düsseldorf ist ein sehr sensibler Ort, die Bundespolizei gehört zu Claubergs wichtigsten Kunden. Aber sein dreiköpfiges Team zeichnet nicht nur auf, die Kollegen sind auch für die Wiedergabe und Darstellung verantwortlich. „Alles, was mit bewegten Bildern zu tun hat und groß ist, gehört zu uns“, verrät Thomas Clauberg schmunzelnd. Und das ist eine ganze Menge: alle Videowände in den Einsatzleitungen, alle TV-Geräte in den Lounges, dazu die neun digitalen Werbeflächen im Terminal und auf der Vorfahrt eine riesige LED-Wand, die an der Auffahrt zur Abflugebene an einer Fassade prangt.

Immer Bereit

Damit kein Bildschirm dunkel bleibt, gibt es eine 24-Stunden-Bereitschaft des gesamten sicherheitstechnischen Fachbereichs mit 18 Personen, in der Woche ist das Technikteam zwölf Stunden täglich vor Ort, externe Partner unterstützten. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder doch? Thomas Clauberg erinnert sich an eine Situation Anfang der 90er Jahre: „Bei der Installation eines neuen Technikschrankes kam es bei der Zuschaltung der Spannungsversorgung (Stecker in die Steckdose) zum Blackout im Terminal! Alles wurde dunkel und die Notbeleuchtung ging an! Nach dem fahlen Gesichtsausdruck kamen nun alle möglichen Gesichtsfarben bei uns ins Spiel und vorsichtshalber haben wir den Stecker gezogen und an diesem Nachmittag auch nicht mehr eingesteckt! Der Strom kam natürlich nach kurzer Ausfallzeit zurück, die Beleuchtung war hell und alles lief wieder rund. Wir fragten uns: ‚Wie konnte das passieren?‘ Genau in dem Moment unserer Zuschaltung S wurde bei Bauarbeiten außerhalb vom Flughafen ein Starkstromkabel beschädigt, und das hatte den Stromausfall zur Folge!“

Durchatmen. Heute arbeitet Clauberg seit 32 Jahren am Airport. Immer noch sehr gerne, wie er verrät. Und so leicht bringt in nichts mehr ins Schwitzen. Außer wenn eine Webcam mal ausfällt. Dann sorgen die Fans mit Mails und Anrufen dafür, dass schnell Abhilfe geschaffen wird. Und das funktioniert in den seltensten Fällen per Knopfdruck vom Schreibtisch aus.

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