ALLES IM GRÜNEN BEREICH

BERND BOCHENNEK ARBEITET ALS FLUGHAFENGÄRTNER

Rasen mähen, Hecken schneiden, Unkraut ziehen, Bäume beschneiden, Pflanzen wässern. Am Düsseldorfer Airport hat man als Gärtner gut zu tun. Fünf Mitarbeiter vom Betriebshof sind tagtäglich unterwegs und halten die Grünanlagen, Sträucher und Pflanzen auf dem gesamten Flughafengelände in Schuss. Einer von ihnen ist Bernd Bochennek.

Bernd Bochennek schneidet Rosen
Der gelernte Landschaftsgärtner ist schon seit 28 Jahren am Flughafen und kennt die hiesige Pflanzenwelt wie seine Westentasche. Und auch wenn sich die Gärtnertätigkeiten von seiner früheren Arbeitsstätte, der Villa Hügel in Essen mit ihrer imposanten Parkanlage und vielfältigen Blumenpracht, doch deutlich unterscheidet, so ist er inzwischen Flughafengärtner durch und durch.

MIT WACHSAMEM BLICK

„Natürlich wird an einem Ort wie dem Flughafen viel pragmatischer gehandelt als bei der Anlagenpflege eines idyllischen Anwesens“, sagt Bochennek. „Hier geht es in erster Linie darum, dass die Infrastruktur nicht gestört wird, zum Beispiel durch zu viel Wildwuchs an den Fahrwegen.“ Dazu zählt auch die Überwachung der Verkehrssicherungspflicht des Baumbestands. Herabhängende oder abgeknickte Zweige, abgestorbene oder überhängende Äste und morsche Baumteile müssen regelmäßig beseitigt werden. Da gehört neben einem wachsamen Blick auch eine Menge Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit dazu.

Bochennek ist mit Spaß bei der Arbeit. Das nimmt man ihm zweifelsohne ab. „Ich bin einfach gerne draußen, auch wenn die Hitze einen im Sommer schon ganz schön fordern kann“, erzählt er. Umso besser daher, dass für etwas Abkühlung im Winter gesorgt ist. Denn dann, wenn es um die klassischen Gärtnertätigkeiten etwas ruhiger steht, sind Bernd Bochennek und seine Kollegen bei starken Witterungsbedingungen im Winterdienst im Einsatz. Die Rollwege und das Vorfeld müssen mit Spezialfahrzeugen schnee- und eisfrei gehalten werden.

Hauptrolle Gärtner

Gerne bringt der Gärtner sein geschultes Auge für Ästhetik am Airport ein. „Natürlich gehören zu unserer Arbeit auch gestalterische Aspekte. Kreative Ideen sind immer willkommen“, erzählt Bochennek. So hat er zum Beispiel angeregt, triste Sperrflächen in der Terminalvorfahrt mit Kiessteinen zu verschönern und zugleich Pflanzenkübel gekonnt in Szene zu setzen. Fragt man den 54-jährigen Essener nach seiner Lieblingspflanze, so nennt er prompt – und mit einem Strahlen im Gesicht: „Rosen“. Und wenig später weiß man auch warum. Auf seinem Handy zeigt er uns beeindruckende Aufnahmen aus seinem heimischen Garten. Rosen in verschiedenen Farben, Größen und Variationen. So weit das Auge reicht.

Schon seit 14 Jahren pflegt er seine Blumenpracht im Garten. Besonders freut er sich dann auch über das Blühen der Rosenbüsche am Betriebshof, denen er sicher gerne noch einen größeren Auftritt gönnen würde. Ein kreativer Kopf ist Bochennek allemal. So überrascht es nicht, wenn der routinierte Gärtner auch ab und zu selbst auf der Bühne steht. Wenn Bernd Bochennek sich nicht um seine „Schützlinge“ zu Hause oder am Airport kümmert, dann trifft man ihn im Aalto-Musiktheater in Essen. Viele Nebenrollen, vom Soldaten, über den Diener, vom Gefangenen bis hin zum Doktor oder Notar hat er schon gespielt. Beachtliche 25 Jahre Bühnenerfahrung hat er bereits gesammelt.

90 PFLANZEN AM TAG

Zu seinem Aufgabengebiet zählt neben der Außen- auch die Innenpflege. Immer donnerstags ist er dann im Terminal und den Flugsteigen unterwegs und kümmert sich um die großen Topfpflanzen. Zu der Hydropflege gehört das Säubern, Abstauben und Gießen. Dafür wird tatsächlich ein ganzer Arbeitstag benötigt, schließlich sind es über 90 Pflanzen in Hydrogefäßen, die im gesamten Terminal verteilt stehen. Mit viel Fachkompetenz gehen Bochennek und seine Kollegen der Arbeit nach. Schließlich hat jede Pflanze auch eigene Bedürfnisse hinsichtlich Licht, Wasser und Boden.

Auch Sie brauchen einen „grünen Daumen“? Insbesondere, wenn es in den Sommerferien in den Urlaub geht und die Nachbarn nicht zum Blumen gießen kommen
können? Dann hat Bernd Bochennek Tipps für Sie, damit Ihre Pflanzen gut durch die Ferienzeit kommen.

Wie sind Pflanzen während des Urlaubs am besten versorgt?

Viele kennen das Problem. Der Sommerurlaub steht bevor und die Pflanzen und Blumen auf dem Balkon und in der Wohnung wollen während der eigenen Abwesenheit versorgt werden. Was kann man tun, wenn der Nachbar nicht einspringen kann? Wir haben Gärtner Bernd Bochennek gefragt:

„Für Zimmerpflanzen empfehle ich, diese während des Urlaubs schattig zu stellen und vor der Abreise noch einmal über Nacht in der Badewanne gut im Wasser ziehen zu lassen. Grundsätzlich können die Pflanzen auch über den gesamten Urlaub in der Wanne stehen bleiben.

Man sollte jedoch wissen, ob die Pflanzen viel oder wenig Wasser brauchen. Denn Pflanzen, die wenig brauchen, gießt man einfach vor der Abreise ganz normal. Das reicht aus, denn sie halten es dann in der Regel problemlos im Schatten ohne Weiteres zwei Wochen aus. Die Pflanzen, die einen höheren Wasserbedarf haben, kann man mit Wasserspeichervlies aus dem Baumarkt über die Zeit bekommen.

Ein weiterer einfacher Tipp: Man nimmt sich eine Küchenrolle und einen Eimer Wasser zu Hilfe. Als erstes gießt man die Pflanzen ordentlich. Dann reißt man einige Blätter von der Küchenrolle ab und faltet sie zu einer langen Bahn. Diese wird ins Wasser gelegt, damit sie sich vollsaugen kann. Anschließend legt man die durchnässte Küchenrolle um die Pflanze und drückt sie leicht an. Das andere Ende kommt wiederum in den Eimer mit Wasser.

Für große Pflanzen oder Blumenkästen auf dem Balkon muss natürlich etwas mehr vorgesorgt werden. Hier kann man das System der Tropfbewässerung benutzen. Darüber bekommen die Pflanzen tröpfchenweise Wasser zugeführt. Einfach die entsprechenden Kegel in die Erde stecken und die Pflanze holt sich über den Schlauch, der einem Eimer Wasser zugeführt wird, was sie braucht. Die Tonkegel gibt es in jedem Baumarkt zu kaufen.

Ganz wichtig: Alle Tipps sollte man vorher in Ruhe ausprobieren, bevor man nach dem Urlaub eine böse Überraschung erlebt.“

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