Mein Heimatflughafen

ANNELORE PASTERNAK ERINNERT SICH

90 Jahre DUS! Da werden Erinnerungen wach. Zeitzeugin Annelore Pasternak blickt zurück und teilt mit DUSmomente ihre spannenden Erlebnisse aus neun Dekaden Flughafen Düsseldorf.

Flughafen Düsseldorf
„Wenn ich an den Düsseldorfer Flughafen denke, denke ich an meine zahlreichen Reisen. Nur einmal bin ich von Köln geflogen“, erzählt Annelore Pasternak mit einem Augenzwinkern. „Sonst ging es für mich immer nur von Düsseldorf in den Urlaub. Das sind schöne Erinnerungen an meinen Heimatflughafen“, sagt die rüstige Seniorin, die wie der Düsseldorfer Airport Jahrgang 1927 ist. Beide feiern in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag.

1978 erstmals nach Mallorca

Bei einer Tasse Kaffee am Flughafen blickt sie Richtung Vorfeld, beobachtet die startenden Flieger und schwelgt in Erinnerungen. Im Jahr 1978 ging für die Ur-Düsseldorferin der erste Flug nach Mallorca. Sizilien, Malta, Rom und Tunesien folgten. Ebenso Kroatien, Andalusien und Gran Canaria. Das Herz für Mallorca ist geblieben.
Der alljährliche Urlaub auf der Baleareninsel wurde zur Tradition. Eine Begeisterung, die sie auch ihrem Sohn weitervererbte. „Das Reisegen habe ich in die Familie gebracht“, sagt die gebürtige Lierenfelderin stolz. Und wer denkt, ihr Urlaub auf Mallorca glich dem einer klassischen Pauschalreise, der irrt. Kulturprogramm war Pflicht. Ob die Kathedrale von Palma, die Burg von Capdepera oder die Höhlen von Arta. Es gibt wohl kaum ein historisches Fleckchen auf der Insel, das Annelore Pasternak nicht kennt.

Reisen mit dem Stadtsportbund

Gefragt nach den frühen Jahren des Düsseldorfer Airports und ihren ersten Begegnungen mit der Luftfahrt, wird Annelore Pasternak nachdenklich. Ihre ersten Erinnerungen reichen zurück in die Kriegsjahre 1944 und 1945. Damals wurde sie von der Wehrmacht in direkter Flughafennähe in Lohausen stationiert. Als Funkhelferin musste sie innerhalb kürzester Zeit das Morsen lernen. Die ohrenbetäubenden Tiefflieger der Alliierten waren ihre tagtäglichen Begleiter. Eine schlimme Zeit für die damals erst 16-Jährige. Im März 1945 gelang ihr schließlich mit dem Fahrrad die Flucht. „Was ich damals erlebt habe, das vergisst man nicht. Aber ich bin froh, dass ich auch die weitere Entwicklung des Flughafens begleiten konnte. Schließlich hat er mir meine vielen Reisen erst ermöglicht“, sagt die 89-Jährige heute.

Mit dem Stadtsportbund Herne, in der Stadt lebte sie lange Jahre, verreiste Annelore Pasternak unzählige Male. Wie oft, das könne sie gar nicht mehr sagen. Aber in ihren gut sortierten Fotoalben habe sie alles vermerkt und auch die ganzen Bordkarten aufgehoben. Jedes Jahr brach der Stadtsportbund zu einem neuen Ziel auf. Ein versierter Reiseleiter begleitete die Gruppe von rund 30 Leuten und stand den wissbegierigen Reisefreudigen Rede und Antwort. Volles Programm von morgens bis abends. So ist Annelore Pasternak viel rumgekommen und hat Spannendes über Land und Leute gelernt. „Zypern war ein Highlight. Dort haben wir viel Geschichtsträchtiges erlebt und gesehen. Ganz schön beeindruckend“, schwärmt sie.

Mit den Enkelkindern zum Flughafen

Aber auch Erholung durfte auf den Reisen nicht fehlen. Gewöhnlich sah der Urlaub nach einer Woche Kultur und Sightseeing eine Woche Entspannung am Strand vor. Da blieb auch genug Zeit fürs Bummeln durch die Geschäfte. Neben Fotos und Erinnerungen an den Urlaub hat sie immer ein Souvenir mit nach Hause genommen. Ihr Treppenhaus war schon bald mit einer Vielzahl landestypischer Porzellantellerchen und Löffel dekoriert. So hat jedes Mal ein neues Stück Urlaub in ihrem Zuhause Einzug erhalten.

Was ihr am Airport und dem Fliegen so gut gefällt? „Für mich fängt der Urlaub bereits am Flughafen an. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Flüge. Damals war ich natürlich noch etwas aufgeregter als heute. Aber ich habe es richtig genossen, bei einem Glas Limonade und einer Zeitung dem Reiseziel entgegen zu fliegen. Flugangst hatte ich nie.“ Wieder aus dem Urlaub zurück, wollte Annelore Pasternak am liebsten direkt schon wieder verreisen. So kam es, dass sie immer öfter auch zum Flughafen fuhr, ohne in den Urlaub zu starten. Sondern, um die startenden Flieger von der Besucherterrasse aus zu beobachten und ein bisschen Urlaubsluft zu schnuppern. Gemeinsam mit den beiden Enkelkindern wurde dieser Ausflug zu einem regelmäßigen Ritual. An den startenden Flugzeugen konnte sie sich nie sattsehen. So wie heute, als sie immer wieder aus dem Fenster guckt. „Schauen Sie mal. Schon wieder hebt ein Flieger ab“, sagt sie mit strahlenden Augen. „Da packt mich direkt wieder die Reiselust.“

Ihre Meinung zum Artikel

Keine neue Geschichte verpassen!

Gerne benachrichtigen wir Sie per E-Mail, sobald ein neuer Artikel auf dusmomente.com erscheint.

Unter allen Neuanmeldungen verlosen wir eine Airport-Tour für zwei Personen.

Bitte melden Sie sich hier an:

Gefällt Ihnen der Artikel?

Ihre Meinung interessiert uns.

Leserbrief schreiben