Porto

GANZ SCHÖN ALT

Die billigste Lösung ist nicht immer die Beste. Das mussten die Bewohner der Stadt Porto im Norden Portugals 1991 auch feststellen. Denn seitdem besitzen sie ein Wahrzeichen, das aber leider nicht mehr zu benutzen ist. Doch der Reihe nach.

Porto in der Dämmerung
Unsere Geschichte beginnt im Jahr 1875. Zur Überbrückung des Douro-Tals wurde der Bau einer Brücke von der königlichen Eisenbahngesellschaft ausgeschrieben. Der Planer Gustave Eiffel, berühmt für den gleichnamigen Turm, bekam den Zuschlag, weil er nur ein Drittel der Kosten veranschlagte, die der teuerste Konkurrent aufrief. Allerdings war er damals relativ unbekannt, sein berühmtestes Bauwerk sollte erst 14 Jahre später fertig werden. Deshalb traute die Kommission ihm nicht und ließ den Entwurf von seinem Mitbewerber Théophile Seyrig überprüfen. Im Dezember 1875 begannen die Bauarbeiten, knapp zwei Jahre später war die Brücke fertig. Der Fluss Douro ist an dieser Stelle 150 Meter breit und 20 Meter tief, dazu gibt es starke Strömungen. Pfeiler im Flussbett waren also unmöglich, die einzige Lösung war eine Bogenkonstruktion. Und das ist das Besondere an dieser Brücke: die gewaltige Spannweite von 160 Metern. Eine größere Distanz war bis dato noch nicht überbrückt worden.

Mit 20 km/h über die Brücke

Das portugiesische Königspaar König Luis I. samt  Gemahlin Maria Pia kam, weihte die Brücke ein und fortan hieß das Bauwerk Ponte Maria Pia. Bis heute. Nur das keine Züge mehr darüberfahren. 1991 rollte die letzte Lok mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern auf der einspurigen Trasse über den Rio Douro, danach war Schluss. 2009 versuchte man das historische Bauwerk zu restaurieren, aber ohne Erfolg. Das Wahrzeichen von Porto hat keine Funktion mehr. Dafür hat es aber einen Eintrag in die „List of Historic Civil Engineering Landmarks“ bekommen.

Porto Tram Touren

Einem Besuch Portos tut dies alles keinen Abbruch. Denn die Stadt hat noch mehr zu bieten. Das Altstadtviertel Ribeira zum Beispiel, welches seit  1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Oder den bekannten Portwein-Keller Caves do Vinho do Porto. Genau wie in Lissabon gibt es in Porto Straßenbahnen. Drei Linien bilden das überschaubare Netz in der Stadt. Das Besondere daran:  Auf den Schienen sind echte Oldtimer und keine modernen Bahnen unterwegs. Gelbe Wagen, die Inneneinrichtung aus  Holz mit roten Sitzen. Wer das Quietschen der Bremsen und das Rütteln der Wagen mag, für den ist eine Fahrt die richtige Art und Weise, die Stadt Porto zu entdecken. Die Strecken sind nicht sehr lang und die Geschwindigkeit gemäßigt. Steigen Sie an der Station „Carmo“ in die Linie 18 bis zu den Gärten des Palacio de Cristal oder setzen Sie die Fahrt mit der Linie 1 in Richtung Foz do Douro fort und unternehmen einen Spaziergang am Atlantik. Wann möchten Sie mal wieder salzige Meeresluft schnuppern?

IMPRESSIONEN

NÜTZLICHE LINKS

Online-Reiseführer Portugal und Porto:
➜ www.portugal-reiseinfo.de

Germanwings Fluginformation und -buchung:
➜ www.germanwings.com

Für Fußball-Fans:
➜ www.fcporto.pt
➜ www.boavistafc.pt

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