Wunsch erfüllt

UNSERE LESERIN SARAH BUSCH BEI DER VORBEREITUNG EINES AIR BERLIN-FLUGES

Weihnachten und Ostern an einem Tag? Wo gibt es denn so etwas? Am Düsseldorfer Flughafen. Zumindest, wenn man Sarah Busch fragt. Als die 22-jährige Bürokauffrau aus Moers auf die Air Berlin-Crew rund um Kapitän Raimund Geuter trifft, sagt sie nur ganz leise, fast schon ehrfürchtig: „Das fühlt sich an wie Weihnachten und Ostern zusammen!“

A320 von Air Berlin
Doch der Reihe nach. In jeder Ausgabe stellen wir unseren Lesern die Frage: Welche DUSmomente wünschen Sie sich? Wir möchten wissen, welche Geschichten Sie lesen möchten. Welche Themen Sie interessieren. Und wenn sich das Thema umsetzen lässt und nichts dagegen spricht, haben Sie die Möglichkeit, uns bei der Recherche vor Ort am Airport zu begleiten. So wie Sarah Busch. Deren Mutter Petra hatte verraten, dass Sarah wahnsinnig gerne einmal an einem Crewbriefing teilnähme. Gesagt, getan. Ich bin am B2B-Café auf der Abflugebene verabredet. Mit Sarah, der vor Aufregung die Worte fehlen. Und ihrer Mutter Petra. Beide schon von Kindesbeinen an begeistert von der Düsseldorfer Flughafenwelt. Diese Begeisterung wird in den kommenden Minuten deutlich sichtbar. Am konzentrierten Zuhören, wenn Kapitän Geuter und sein Copilot Felix Lauer Sarah von ihrem Job erzählen. Am Leuchten in den Augen, wenn sie zwischen den Flugbegleiterinnen beim Briefing sitzt. Und an ihren interessierten Fragen beim Rundgang um den Airbus A320 mit dem rot-weißen Air Berlin-Logo kurz vor dem Abflug.

9:30 UHR PILOTENBRIEFING

Wir treffen im Air Berlin-Briefingraum der Piloten ein – zeitgleich mit Kapitän Raimund Geuter und seinem Copiloten Felix Lauer. Die beiden setzen sich an einen der PCs. Der 56-jährige Geuter geht bereits seit 26 Jahren beruflich in die Luft und ist mittlerweile Trainingspilot. Gemeinsam mit dem fast 20 Jahre jüngeren Lauer bespricht er die Flugroute. Heute geht es für die beiden, die zum ersten Mal gemeinsam fliegen, zum „Aeroporto di Venezia-Tessera Marco Polo“. Wie es scheint, können sie die geplante Strecke fliegen, da das Wetter mitmacht. Hier in Düsseldorf und am Ankunftsort Venedig. Aber eben auch unterwegs. Sie besprechen, wie viel Kerosin sie tanken werden und überprüfen schließlich, ob der technische Zustand der Maschine in Ordnung ist. Ehrfurchtsvoll schaut Sarah über die Schultern der beiden auf den Bildschirm: „Die ganzen Zahlen und Buchstaben, die hier stehen. Ich könnte daraus nichts ablesen“, meint sie. „Alles Übungssache“, erwidern die beiden Piloten. „Die Kürzel beherrschen wir im Schlaf. Sie gehören zu unserem Tagesgeschäft.“

9:40 UHR CREWBRIEFING

Sarah sitzt mit Irini Alexiou und drei weiteren Flugbegleiterinnen, die für diesen Flug eingeteilt sind, im Briefingraum. Als Sitzplätze dienen lederbezogene Flugzeugsitze. „Cool“, meint Sarah. Die 36-jährige Alexiou ist die dienstälteste Flugbegleiterin heute und leitet das Briefing und später auch die Crew an Bord. Die Griechin fragt ihre Kolleginnen, wer beim Flug welche Position einnimmt und spricht Themen wie „Flight Safety“, „Security“ und „Erste Hilfe“ an. Sie zeigt Sarah, wie selbst zierliche Frauen mithilfe der richtigen Technik die stärksten Passagiere wenn nötig ganz einfach aus dem Flugzeugsitz hieven. Die beiden Piloten stoßen dazu. Sie informieren die Crewmitglieder darüber was Sarah bereits weiß: Das Wetter unterwegs ist optimal, so dass sowohl die Flugroute, als auch die -zeiten eingehalten werden können.

9:50 UHR AN BORD

Ein Bus hat die Air Berlin-Crew zu ihrer Maschine gebracht. Sarah betritt den Airbus direkt nach den Flugbegleiterinnen und sagt: „Wow. Was für ein unglaubliches Gefühl in einem noch menschenleeren Flugzeug zu stehen, kurz bevor die Passagiere einsteigen.“ Alexiou, die bereits seit 2004 bei Air Berlin ist, und ihre Kolleginnen in den schicken dunkelblauen Uniformen überprüfen anhand des Cabin Logbook die komplette Kabine und schauen zum Beispiel, ob das notwendige Equipment an Bord und ordentlich verstaut ist. Darüber hinaus checken sie am „Flight Attendant Panel“-Display noch einmal, ob sich beispielsweise die Flugzeugtür in einem einwandfreien Zustand befindet.

10:00 UHR OUTSIDE CHECK

Nach einer kurzen Einweisung im Cockpit begleitet Sarah Kapitän Geuter beim Outside Check, d.h. beim Rundgang um das Flugzeug. Nachdem er vorhin im Briefingraum auf dem Papier alles kontrolliert hat, überprüft er nun direkt an der Maschine, ob der Airbus in Ordnung ist. Er checkt die Reifen und das Fahrwerk. Beim Blick in die Turbinen erklärt er Sarah, dass er hier vor allem darauf achte, dass nichts lose, oder gar Öl ausgelaufen ist. Die Busse mit den Passagieren fahren vor. 151 Fluggäste werden heute an Bord von Flug AB 8774 sein. Bei Kapitän Geuter und seinem Team sind sie gut aufgehoben.

10:45 UHR ABFLUG

Der Air Berlin-Flug hebt planmäßig in Richtung Italien ab. Sarah und Petra Busch winken dem Airbus hinterher. Sarah überlegt laut vor sich hin. Auch wenn sie ihre Ausbildung zur Bürokauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin gerade erst erfolgreich abgeschlossen hat: So ein (Arbeits-) Leben als Flugbegleiterin würde ihr doch auch ziemlich gut gefallen. Wenn ich ihren Blick richtig deute, sucht sie im Kopf schon nach den richtigen Formulierungen für ihre Bewerbung.

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