Gross und Klein

EMIRATES A380 & SUN AIR JETSTREAM

Der A380 ist da. Seit dem 1. Juli fliegt Emirates täglich auf dem Mittagskurs mit dem größten Passagierflugzeug der Welt von Düsseldorf nach Dubai. Ein Hingucker! Tausende wollten den Flieger an diesem ersten Tag sehen. Und die Begeisterung wird noch eine ganze Weile anhalten. Der riesige Airbus ist der Star am Airport. Aber wer ist der kleinste Flieger bei uns? Welche Airline fliegt im planmäßigen Linienverkehr damit zu welchem Ziel? Wir haben ihn gefunden: Die BAE Jetstream 32 der dänischen Sun-Air fliegt unter British Airways-Flugnummer an jedem Werktag zwei Mal nach Billund. Leider begegnen sich die beiden Flugzeuge hier nicht, dazu sind die Flugzeiten zu unterschiedlich. Deshalb gibt es auch kein gemeinsames Foto. Aber einen reizvollen Vergleich der beiden Extreme.

Vergleichsgrafik

WILLKOMMEN IN DÜSSELDORF

Der 1. Juli 2015 wird als historisches Datum für den Flughafen Düsseldorf in die Chroniken eingehen. Mit den planmäßigen A380-Flügen gehört der Airport jetzt zu den knapp 50 Flughäfen in der Welt, auf denen der Riesenvogel regelmäßig zu Gast ist. Wir haben die zahlreichen Aktivitäten dieses Tages in Worten, Bildern und Filmen für Sie zusammengestellt. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie und lassen Sie sich vom „A380-Fieber“ anstecken.

Erstlandung des Emirates A380 in (Bewegt-)Bildern

EMIRATES UND DER AIRBUS A380

Das ist von Anfang an eine Geschichte der Superlative. Die Airline aus Dubai war im April 2000 die erste Fluggesellschaft, die den A380 bestellt hat. Heute fliegen 62 Maschinen dieses Typs bei Emirates, 78 weitere sind fest bestellt. Fast jeder zweite gebaute A380 ist mit der stilisierten Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate am Heck unterwegs. Während viele Fluglinien die Übermacht der Airlines vom Golf fürchten, profitiert die Wirtschaft in den Herstellerländern von den Bestellungen aus Dubai. Allein 41.000 Jobs in Frankreich, Spanien, Großbritannien und Deutschland hängen direkt mit der Fertigung des Riesenvogels zusammen.

FLUGKAPITÄN SAVIO SCHMITZ

Er fliegt das größte Passagierflugzeug der Welt. Savio Schmitz steuert einen Emirates A380 von Dubai aus zu Metropolen im weltweiten Streckennetz des Golf-Carriers. Am 1. Juli ging es für ihn zurück in die Heimat, oder zumindest ganz in die Nähe. Der Erstflug des A380 führte den gebürtigen Bonner nach Düsseldorf. Ein Wiedersehen mit seinen Eltern, die nach der Landung auf ihn warteten, stand auf dem Programm. Selten genug. Denn seit er im Juli 2011 auf den linken Sitz im A380 wechselte, ist er viel und weit unterwegs. Auf die Frage nach seinem letzten Flug muss er einen Moment lang überlegen. „Sydney war es“, sagt er schließlich. Nach der Bundeswehrzeit hat Schmitz mit seiner Pilotenausbildung in einer Flugschule in Essen-Mülheim begonnen. Über die Fluggesellschaften Taunus Air, RFG und Eurowings kam er zur LTU nach Düsseldorf. Fünf-einhalb Jahre flog er auf Boeing 757 und 767 Urlauber ans Mittelmeer und in die Karibik. Im Mai 2000 dann der Wechsel nach Dubai zu Emirates. 

 Auch in seiner Freizeit legt Savio Schmitz gerne lange Strecken zurück. 20 Marathonläufe und zwei Ironman-Wettbewerbe hat er bereits erfolgreich absolviert. Als Ausgleich zu diesen körperlichen Aktivitäten unterrichtet er als Gastdozent in Dubai im Fach „Interkulturelles Management“. Sein Job bei Emirates wird ihm sicherlich genug Beispiele aus der Praxis liefern.

INTERESSANTE VERHÄLTNISSE

Von der kleinen Jetstream müssten fünf Flieger hintereinanderstehen, um auf die
Länge des Airbus A380 zu kommen. 14,37 Meter misst das britische Propellerflugzeug gegenüber stolzen 72,73 Metern des Giganten, der in Toulouse und Hamburg gefertigt wird. 

Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn die Zahl der Passagiere als Maßstab genommen wird. Um alle Fluggäste eines vollbesetzten A380 mit der Jetstream zu befördern, müssten der Flieger 29 Mal an den Start gehen. 18 Gäste passen in die Jetstream, 519 Passagiere finden in drei Klassen im Emirates A380 Platz. 

DUBAI (DXB) | BILLUND (BLL)

Unterschiedlicher können zwei Flugziele kaum sein:
Dubai, die schillernde Millionenmetropole am Arabischen Golf und Billund, das Dorf in der Mitte Jütlands.

Grafik Weltkugel

ENTFERNUNG

DBX: 5.005 KM | BLL: 521 KM

Grafik Uhr

FLUGZEIT

DBX: 6:50 STUNDEN | BLL: 1:30 STUNDEN

Grafik Menschen

PASSAGIERE

DXB: 428.979 | BLL: 9.157

A380-FAKTEN

FLUGKAPITÄN NIEL LE ROUX

Der 44-jährige Südafrikaner hat an diesem Tag um kurz vor sieben Uhr seinen Dienst begonnen: Check-in und kurzes Briefing mit seiner Crew  für den heutigen Flug. Acht Passagiere wollen an diesem Morgen von Billund nach Düsseldorf. Niel bringt sie sicher hin. Seit drei Jahren fliegt er als Kapitän die Jetstream 31 von Sun-Air. „Hands-on Flying“, nennt er das, was er hier macht. Ohne Autopilot und in niedriger Flughöhe steuert er die 1997 gebaute Turbopropmaschine auf kurzen Flügen von Billund aus durch Europa. 15.000 Fuß, das sind etwa 4.570 Meter, hat die Flugsicherung ihm heute zugewiesen, maximal 7.600 Meter könnte der kleine Flieger erreichen. Unwetter müssen in dieser Höhe umflogen werden, überfliegen geht nicht. Niel ist zufrieden mit seinem Job. Vor 18 Jahren kam er der Liebe wegen nach Dänemark. Heute lebt er mit Frau und zwei Kindern eine halbe Autostunde vom Flughafen Billund entfernt. „Ich bin fast jeden Abend zu Hause“, verrät er uns. Heute wird das sogar schon gegen 12 Uhr mittags sein. Dann will er noch etwas in seinem Garten arbeiten.

SUN-AIR OF SCANDINAVIA

Kaum einem Besucher fällt die kleine Propellermaschine vom Typ Jetstream 32 am Düsseldorfer Flughafen auf. Dabei fliegt sie seit Jahren zuverlässig von und nach Billund, der Heimatbasis der Sun-Air of Scandinavia. Die kleine dänische Airline wurde 1978 gegründet. Seit 1996 sind die 14 Flugzeuge in der Bemalung des Franchise-Partners British Airways unterwegs. Alle Flüge zwischen Düsseldorf und Billund finden unter BA-Flugnummer statt. Niels Sundberg ist Chef von 175 Angestellten. 15 Ziele in Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Schweden werden regelmäßig angeflogen.

JETSTREAM 32

Die erste Jetstream des britischen Flugzeugherstellers Handley Page flog bereits 1967. Der Flieger ist also ein echter Oldtimer, zumindest vom Design her. In Laufe der Jahre kamen veränderte Versionen auf den Markt. Seit 1997 wird das Flugzeug nicht mehr gebaut, 458 Exemplare haben bis dahin die Werkshallen im englischen Radlett verlassen. Die Jetstream bringt vollbeladen knapp sieben Tonnen auf die Waage und ist ist 488 Stundenkilometer schnell.

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