Applaus für Herrn Neumann

UNTERWEGS AUF EINER AIPORT-TOUR

Horst Neumann liebt seinen Job. Der Airport-Tour-Guide ist mit Besuchergruppen auf dem Vorfeld des Düsseldorfer Flughafens unterwegs.

Bus auf dem Vorfeld zwischen Flugzeugen
Heute sind 45 Krefelder Senioren an Bord. Sie haben diese Rundfahrt exklusiv über einen Verein gebucht. Vereinsvorstand Wolfgang Zirwas ist schon zum vierten Mal am Airport und könnte fast selbst erklären, was es alles zu sehen gibt. Aber nur fast. Denn Horst Neumann hat mit seinen über 25 Jahren, die er am Flughafen beschäftigt ist, einen enormen Wissensvorsprung.

 

„1990 habe ich in der Gepäcksortierung angefangen“, erzählt der ausgebildete Automechaniker. Doch schon nach wenigen Monaten konnte er in die KFZ-Werkstatt des Airports wechseln und in seinem erlernten Beruf arbeiten. Als ein Fahrer für die Geschäftsführung gesucht wurde, bekam Neumann diesen Job und chauffierte fünf Jahre lang das Top-Management des Airports von Termin zu Termin. Seit zehn Jahren arbeitet er nun im Besucherdienst und hat seitdem tausende solcher Vorfeld-Touren gemacht wie an diesem Tag.

 

Die Senioren sind schnell begeistert. Die älteste Teilnehmerin ist 92, der Junior der Gruppe 60 Jahre alt. Neumann weiß genau, wie er mit seinem Publikum umgehen muss. Nach der obligatorischen Sicherheitskontrolle hilft er den Damen in den Mantel und erntet erste anerkennende Worte: „Alte Schule“ oder „Sie sind ja ein Kavalier“. Die knapp zwei Stunden dauernde Rundfahrt führt über das
gesamte Flughafengelände. Horst Neumann fordert immer wieder zu Fragen auf. Und die Rentner aus Krefeld haben viele: „Wozu sind die dünnen Drähte an den Tragflächenenden“, „Warum arbeiten keine Frauen am Gepäckband“ oder „Hier kann aber kein Jumbo landen?“ Neumann weiß auf alles eine Antwort. Er kennt die verschiedenen Flugzeugtypen und weiß technische Daten wie Abmessungen oder maximales Startgewicht auswendig. Ein Raunen geht durch den Bus, als er erklärt, dass ein vollbetankter Airbus A330 mehr als 200 Tonnen auf die Waage bringt.

 

„Gibt es die LTU noch?“, möchte eine weißhaarige Dame wissen. „Damit sind mein Mann und ich immer in den Urlaub geflogen.“ Nein, es gibt sie seit vielen Jahren nicht mehr, übernommen von Air Berlin. Aber die Erinnerung daran ist frischer, als die Profis glauben, die tagtäglich in der Luftfahrt arbeiten. Neumann weiß auch das.
Insgesamt vier Fahrer sind im Besucherdienst  als Tour-Guides unterwegs. Kindergärten und Schulen, Vereine und Familien oder einzelne Personen können eine Airport-Tour buchen. Knapp 30.000 Menschen haben dies im vergangenen Jahr getan. Wie es genau geht, steht in unserem Infokasten.
Vielleicht begrüßt Sie demnächst Horst Neumann auf einer Rundfahrt. Ach so, warum er seinen Job so liebt, möchten Sie wissen? „Ich bekomme immer sofort ein Feedback“, sagt er. Nach der heutigen Tour wird lange geklatscht. Aber das ist fast immer so: Applaus für Herrn Neumann.

Bus neben Flugzeug

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