50 Jahre Airbus

EINE EUROPÄISCHE ERFOLGSGESCHICHTE

Eine europäische Erfolgsgeschichte beginnt 1969. Es ist das Geburtsjahr von Airbus und damit der wichtigste Termin für die europäische Luftfahrtindustrie. Drei Jahre später hebt mit dem A300 das erste Modell aus den Fertigungshallen im südfranzösischen Toulouse ab. Bis dahin wurde der Markt für zivile Verkehrsflugzeuge von den beiden amerikanischen Herstellern Boeing und McDonnell Douglas dominiert.

Eurowings
Europäische Flieger, vorwiegend aus Frankreich und Großbritannien schafften den kommerziellen Durchbruch nur selten, Maschinen aus sowjetischer Fertigung blieben in der westlichen Welt nahezu unverkäuflich. Grund genug etwas zu ändern und die Kräfte und das Knowhow zu bündeln. Es begann alles mit ein paar Unterschriften. Deutschland und Frankreich beschlossen, zusammenzuarbeiten, um der Vormachtstellung der USA im Flugzeugbau entgegenzuwirken. Beim Aeropsalon in Paris-Le Bourget unterzeichneten der französische Transportminister Jean Chamant und der deutsche Wirtschaftsminister Karl Schiller am 29. Mai 1969 ein Abkommen über den Bau eines Verkehrsflugzeugs, das leichter und effizienter sein sollte, als die Produkte von Boeing, Lockheed und McDonnell Douglas: Das A300-Programm war geboren.

DAS RICHTIGE FLUGZEUG ZUR RICHTIGEN ZEIT

Lufthansa ist die erste Airline, die am 24. März 1976 mit dem nagelneuen A300 den Düsseldorfer Airport besucht. 253 Passagiere und zehn Tonnen Fracht passen in den Flieger. Der A300 ist damit das größte Flugzeug, das auf Kurz- und Mittelstrecken eingesetzt wird. „Das waren neue und ungewohnte Ausmaße für unsere Bodenabfertigung“, erinnert sich Hans-Joachim Herrmann, damals Betriebsleiter Bodenabfertigung bei der Flughafengesellschaft. „Vier Mitarbeiter haben zwischen sechs und acht Container mit Gepäck in den Flieger verladen, erstmalig kamen dafür Hubbühnen zum Einsatz. Die Bodenzeit lag bei 80 bis 90 Minuten, schon allein, damit alle Passagiere aus- und einsteigen konnten.“ Lufthansa fliegt mit dem A300 nach Frankfurt und über München nach Athen, Germanair steuert ab Düsseldorf Warmwasserziele mit dem Flieger an.

Es war die Bestellung von Air France und Lufthansa, sicherlich motiviert durch die jeweiligen Regierungen der beiden Länder, die die Serienproduktion erst ermöglichte. Der A300 war das richtige Flugzeug zur richtigen Zeit: Ein Großraumflieger und sparsam im Verbrauch. Nach zögerlichem Start bestellten immer mehr Airlines den Zweistrahler aus Europa. Von dem „Ur“-Airbus und dem Folgemodell A310 werden insgesamt 861 Exemplare geordert. Mehr als 300 Maschinen der beiden Typen sind heute noch weltweit im Einsatz, die meisten davon als Frachter. Der größte Betreiber ist aktuell der Päckchenflieger von FedEx.

VOM ERFOLGSMODELL ZUM SUPERJUMBO

Richtig erfolgreich wurde Airbus mit der Modellfamilie A320, zu der die Modelle A318, A319 und 321 gehören. Bis heute ist diese Baureihe der Verkaufsschlager des Flugzeugbauers. Knapp 15.000 Bestellungen stehen aktuell in den Auftragsbüchern. Wegen der großen Nachfrage werden die Flieger in Toulouse, Hamburg-Finkenwerder, im chinesischen Tianjin und in Mobile zusammengebaut. Fast 80 Prozent aller Airbusse gehen auf das Konto dieser Modellreihe, von der alle zwei Sekunden irgendwo auf der Welt ein Flieger startet.

Mit dem vierstrahligen A340 bietet Airbus erstmalig ein Langstreckenflugzeug an. Die Weiterentwicklung, der A330 mit zwei Triebwerken, wird heute noch in der sogenannten „Neo-Version“ produziert. Wenig glücklich endet das Kapitel A380 für Airbus. Der Flugzeugbauer ging ein hohes Risiko ein und produzierte den zweigeschossigen Superjumbo ab 2005. Für das größte Passagierflugzeug der Welt musste an vielen Airports der Welt umgebaut werden. Auch in Düsseldorf. Am Flugsteig C entstand eine Position, über die Passagiere gleichzeitig auf zwei Etagen in den Flieger einsteigen können. Rollwege mussten stärker befestigt werden, wegen seiner großen Spannweite kann der A380 nicht auf allen Positionen abgestellt werden.

VERKAUFSSCHLAGER A350

Bei Fluggästen und Besuchern ist der Riesenvogel immer eine große Attraktion. Emirates setzt den A380 täglich auf der Strecke von Dubai nach Düsseldorf ein. Auf vielen Routen konnte die Maschine jedoch nicht wirklich rentabel betrieben werden. Bestellungen blieben aus, in diesem Jahr wurde der Produktionsstopp verkündet. Das Kalkül von Airbus, Passagiere über einige wenige Mega-Drehkreuze auf der Welt zu verteilen, ging nicht auf. Reisende bevorzugen Direktflüge, besonders auf Langstrecken. Für viele Verbindungen ist der A380 schlicht und einfach zu groß.

Mit dem Airbus A350, der seit Dezember 2014 beim Erstkunden Qatar Airways im Liniendienst steht, hat Airbus das richtige Flugzeug für diese Nachfrage entwickelt. Mitte diesen Jahres lagen mehr als 900 Bestellungen von über 50 Kunden vor. Singapore Airlines fliegt nonstop mit dem A350 zwischen Düsseldorf und Singapur.

Zwölf zivile Flugzeugmodelle hat Airbus mittlerweile im Portfolio – inklusive der von Bombardier hinzugekauften C-Series-Varianten, die mittlerweile A220 heißen. Aus der Idee, dass verschiedene europäische Nationen gemeinsam ein Verkehrsflugzeug bauen ist längst der Konzern Airbus Industries entstanden. Zum Programm gehören neben Militärflugzeugen und Helikoptern auch Raumfahrt- und Rüstungstechnologie. Alle zivilen Flugzeugtypen von Airbus sind im Laufe der Zeit am Düsseldorfer Airport gelandet. Sogar die werkseigenen Transporter, die „Super Guppy“ und der „Beluga“ waren als Ausweichlandung hier. Lediglich die beiden Neo- Versionen des A330, der A330-700 und -900, sowie der A350-1000 waren noch nicht da. Aber sie können ja noch kommen.

AIRBUS IN DÜSSELDORF

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