EX-EISPRINZESSIN

Tanja Szewczenko

Für die einen ist Tanja Szewczenko die Eisprinzessin. Die anderen kennen sie eher als Darstellerin in Vorabendserien. So oder so: Die gebürtige Düsseldorferin besitzt viele Talente. Das bewies sie beim Airlebnis „Airport on Ice“ im Dezember, bei dem eine Kunststoff-Eislaufbahn im Terminal zur Schlitterpartie einlud. Und im Gespräch „von Frau zu Frau“ mit DUSmomente-Redakteurin Anne-Lena Jaschinski.

Jaschinski Tanja, du hast schon auf vielen Eisflächen dieser Welt gestanden. Auch schon mal an einem so ungewöhnlichen Ort wie an einem Flughafen?

Szewczenko Nein, in einem Flughafen bin ich auch noch nicht aufs Eis gestiegen. Das ist schon ein irres Ding, an einem Airport solch eine Winterwelt zu schaffen. Für die Besucher ist das toll, aber fürs Leistungstraining ist so eine Kunststoff-Eisbahn wie hier nicht ganz so gut geeignet.

Jaschinski  Dabei wäre das doch grade im Sommer eine Alternative. Wo trainiert man denn, wenn es heiß ist?

Szewczenko  Da geht man eben in Trainingscamps. In Berlin und Oberstdorf gibt es zum Beispiel ganzjährige Eisbahnhallen. Oder man fährt ins Ausland. Das Sommertraining ist die entscheidende Vorbereitungsphase, bevor es im Herbst mit den ersten Wettkämpfen losgeht. Und einige Dinge wie Pirouetten üben oder neue Schuhe einlaufen geht eben nur auf richtigem Eis.

Jaschinski  Stehst du denn auch heute noch ab und zu auf dem Eis?

Szewczenko  Ganz selten; und wenn, dann auch nur meiner Tochter zuliebe. Sie ist jetzt viereinhalb und wir waren insgesamt vielleicht fünfmal Schlittschuhlaufen.

Jaschinski  Bestimmt kommt in jedem Interview die Playboy-Frage… du warst insgesamt dreimal im Blatt, zuletzt 2014 mit 36 Jahren. Wie sieht dein Fitnessprogramm aus, um so eine tolle Figur zu haben?

Szewczenko  Ich mache ehrlich gesagt überhaupt keinen Sport mehr, seitdem ich 2014 bei ,Let’s Dance‘ mitgemacht habe. Mir fehlt einfach die Zeit dazu. Aber ich habe einen sehr aktiven Alltag. Zum Beispiel mache ich sämtliche Erledigungen zu Fuß und das mit strammem Schritt. Und meine Tochter hält mich mächtig auf Trab. Ich tobe und spiele mit ihr, mache alles mit. Das scheint ein effektives Fitnessprogramm zu sein.

Jaschinski  Worauf sprechen dich heute die Leute auf der Straße eher an: Auf deine Zeit als Eisläuferin oder als Schauspielerin bei „Unter uns“ und „Alles was zählt?“ Oder doch auf den Playboy?

Szewczenko  Das hängt ganz vom Alter ab. Leute ab meinem Alter kennen mich meist noch von früher als Eiskunstläuferin. Jüngere sprechen mich häufiger auf die Serien an und meinen dann: ,Ach, du kannst auch noch gut Eislaufen?' Auf den Playboy werde ich so gut wie nie angesprochen. Es ist ja heutzutage auch nichts Besonderes mehr, weil überall solche Bilder zu sehen sind. Als ich vor 17 Jahren zum ersten Mal ein Playboy-Shooting hatte, da war das noch etwas ganz Anderes.

Jaschinski  Du hast erst spät, nach deiner eigentlichen Karriere, das Paarlaufen für dich entdeckt (bei Dreharbeiten zur Serie „Alles was zählt“ Anm. d. Red.). Wann entscheidet man sich, ob man Einzel- oder Paarlauf macht?

Szewczenko  Als Leistungssport war das Paarlaufen für mich nie eine Option. Man muss wissen, dass ich auf dem Eis rechts herum laufe und auch die Sprünge nach rechts drehe. Alle anderen machen das linksherum. Ich bin also quasi eine Geisterfahrerin auf dem Eis (lacht). Das macht das Laufen mit einem Partner natürlich komplizierter. Außerdem war ich als Einzelläuferin technisch schon so gut, zum Beispiel in den Sprüngen, dass Paarlaufen, wo die Damen häufig nach den Sprüngen aufgefangen werden, nie in Frage kam. Ich wollte das aber trotzdem ausprobieren und hatte dann bei „Alles was zählt“ die Gelegenheit dazu. Ich probiere gerne Neues aus.

Jaschinski  Und das anscheinend mit Erfolg. Nach deiner Eiskunstlaufkarriere wurdest du Schauspielerin und hast in mehreren Serien mitgespielt.

Szewczenko  Ich hatte das große Glück, meine beiden Träume zu verwirklichen. Schon als Kind wollte ich Eiskunstläuferin oder eben Schauspielerin werden. Das musste ich mir aber beides hart erarbeiten. Nachdem ich meine sportliche Karriere aus gesundheitlichen Gründen schon früh beenden musste, bekam ich bei „Unter uns“ eine Gastrolle für drei Monate angeboten. Dann klappte es aber so gut, dass ich im Endeffekt drei Jahre bei der Serie mitgespielt habe. Nebenher hatte ich viel Schauspielunterricht. Der kam mir auch bei weiteren Angeboten zugute.

Jaschinski  In der WDR-Serie „Ein Fall für die Anrheiner“ bekamst du sogar eine Hauptrolle, obwohl du während der Dreharbeiten schwanger warst.

Szewczenko  Das stimmt. Und ich habe sogar noch einen Tag, bevor es in den Kreißsaal ging, gedreht.

Jaschinski  Du hast bei „Airport on Ice“ aus deinem Kinderbuch „Kiki Kufenflitzer“ gelesen. Wie bist du eigentlich auf die Idee zu der Geschichte gekommen?

Szewczenko  Ein Schauspielkollege hat mir zum Geburtstag einmal eine Karikatur von mir geschenkt. Ich trug damals diese drahtige Frisur und hatte in der Serie den Spitznamen „Schmuddel-Trulla“ weg. Als ich diese Zeichnung von einem spindeldürren Mädchen mit Wuschelkopf und Schlittschuhen an den Füßen sah, kam mir die Idee eine Kindergeschichte zu erzählen. Ein halbes Jahr habe ich an dem Plot gearbeitet und dann in einer Drehpause zwei Wochen lang von morgens bis abends den Roman geschrieben.

Jaschinski  Im August hast du eine Kinder-Sprachschule eröffnet. Warum sollten Kinder deiner Meinung nach Fremdsprachen lernen?

Szewczenko  Auf meinen Reisen als Sportlerin habe ich viel von der Welt gesehen und unterschiedliche Kulturen kennengelernt. Dabei habe ich gemerkt, wie viel es hilft, wenn man miteinander kommunizieren kann. Sprache ist eine Brücke. Ich bin der Meinung, dass in unserem Bildungssystem zu wenig getan wird, und zu spät, um Kindern Sprachen näher zu bringen. Darum habe ich eine Spielsprachschule gegründet, in der Kinder ab drei Jahren in Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch unterrichtet werden.

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