SCHAUSPIELER

RALF MOELLER

Ralf Moeller wanderte 1992 von Recklinghausen nach Los Angeles aus. Obwohl zwischen den beiden Orten über 9.000 Kilometer liegen, zieht es den Schauspieler – bekannt aus Filmen wie „Universal Soldier“ oder „Gladiator“ – noch oft ins Ruhrgebiet. DUSmomente traf den ehemaligen Bodybulidingweltmeister und Mr. Universum für einen Moment am Düsseldorfer Airport, der für ihn noch heute Dreh- und Angelpunkt seiner Besuche in Deutschland ist. 

Silberhorn Vom Ruhrpott zog es Sie 1992 nach Hollywood. Vermissen Sie manchmal Ihre Heimat?

Moeller Im Jahr bin ich beruflich schon um die sechsmal hier. So kommt Heimweh gar nicht erst auf. Dabei ist ein Besuch bei meinen Eltern immer ein Muss. Viele Sachen, wie zum Beispiel Winterkleidung, habe ich sogar noch bei ihnen gelagert. So brauche ich bei Reisen nach Deutschland nicht viel Gepäck. Jetzt bin ich zum Beispiel gerade aus Berlin von einer Charity-Veranstaltung gekommen. Letzte Woche von Düsseldorf nach München geflogen, um über neue Filmprojekte zu sprechen. Der Düsseldorfer Flughafen ist somit immer Dreh- und Angelpunkt meiner Deutschlandreisen. 

Silberhorn  Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Flug ab Düsseldorf?

Moeller  Zumindest an meinen ersten großen Flug erinnere ich mich noch. Mitte der 80er Jahre ging es mit meinen Eltern von Düsseldorf nach Kenia in einer LTU-Maschine. Das war ein tolles Erlebnis. Und ich fliege immer noch gerne vom Düsseldorfer Flughafen überall hin. Zum Beispiel nehme ich öfter den ersten Flieger um 6:30 Uhr für ein paar Tage nach Ibiza. Das geht schnell und dann hat man noch alles vom Tag. 

Silberhorn  1986 wurden Sie in Tokio Bodybuidlingweltmeister und bis heute hat Sport in Ihrem Leben einen hohen Stellenwert. Wie halten Sie sich auf Reisen fit?

Moeller  Man muss eigentlich gar nicht viel Sport machen. Aber gewusst wie. Mit meinem Trainingsprogramm „Hollywood fit“ habe ich zum Beispiel ein unkompliziertes 10-Wochen-Programm entwickelt. Dreimal pro Woche 20 Minuten Sport reicht. Und man kann sich dabei immer satt essen – aber mit den richtigen Dingen. Das Programm kommt zudem ohne Geräte aus. Ob Liegestütze zwischendurch oder Treppen laufen statt mit dem Aufzug fahren. Es gibt keine Entschuldigung, man habe zu wenig Zeit. Natürlich ist auch ein Fitnessstudio mit dem ganzen Equipment eine tolle Sache, keine Frage. Da fällt mir ein: Am Düsseldorfer Flughafen würde ich mir einen kleinen Fitnessraum wünschen. Gerade wenn man viel sitzt, ist es gut, sich vor oder zwischen den Flügen etwas zu bewegen. Da kann man die Wartezeit auch sinnvoll nutzen. Das wäre doch toll: Trainieren mit Blick aufs Vorfeld und dabei noch den Flugzeugen zugucken. Ich komme dann auch gerne zur Einweihung und trainiere mit den Passagieren (lacht).

Silberhorn  An Sie als ehemaliger Profischwimmer. Denn bei dieser Frage scheiden sich oft die Geister: Schwimmern Sie lieber im Pool oder Meer?

Moeller  Das Meer ist natürlich etwas Besonderes. Ich liebe das Rauschen der Wellen. Ich lebe in Santa Monica zum Glück ganz nah am Wasser und kann mich da öfter in die Fluten stürzen. Ebenso haben wir einen Pool am Haus, in den ich gerne reinspringe. Meer oder Pool, ich mag auf jeden Fall beides sehr und entscheide das immer ganz spontan. 

Silberhorn  Hand aufs Herz: Haben Sie nicht ein schlechtes Gewissen, dass Sie den Deutschen mit dem Actionfilm „Hai-Alarm auf Mallorca“ Angst vor ihrer Lieblingsinsel gemacht haben?

Moeller (LACHT)  Nein, ganz im Gegenteil. Die Urlauber können beruhigt sein und ohne Sorge auf Mallorca im Meer schwimmen. Ich habe den größten Hai ja schließlich außer Gefecht gesetzt. Aber am Horizont ist nach acht Jahren leider eine neue gefährliche Flosse aufgetaucht. Da bin ich wieder gefragt (lacht). Auf die Fortsetzung von „Hai-Alarm“ können alle gespannt sein. 

Silberhorn  Welche Filmprojekte stehen darüber hinaus noch an?

Moeller  Ein Kinoprojekt, bei dem ich mitwirke, ist die Neuverfilmung des Action-Thrillers „Abwärts“. Zudem spiele ich bei einer Komödie mit dem Titel „Ibiza – einmal hin und zurück“ mit. Ein Highlight wird zudem die Fortsetzung von „Conan“ mit Arnold sein.

Silberhorn  Sie engagieren sich viel für soziale Projekte, eines davon nennt sich „Starke Typen“. Was verbirgt sich dahinter?

Moeller  „Starke Typen“ habe ich vor elf Jahren mit der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen ins Leben gerufen. Wir bringen Unternehmer deutschlandweit an Hauptschulen mit dem Ziel, Vorurteile abzubauen. Die Jugendlichen können sich zwei Stunden auf der Bühne präsentieren und bekommen damit die Chance auf einen Praktikumsplatz in den teilnehmenden Unternehmen aus der jeweiligen Region. Später ergibt sich daraus vielleicht sogar eine Lehrstelle. Unsere Botschaft an die Schüler ist, fest an sich zu glauben. Jeder kann etwas im Leben erreichen, man muss es nur anpacken. Auch ich musste mich mit einfachem Englisch erstmal in den USA durchkämpfen. Ein weiteres soziales Projekt, das mir sehr am Herzen liegt, ist „Dolphin Aid“. Im Dezember feierten die Initiatoren übrigens 20-jähriges Bestehen hier in Düsseldorf. Ich bin schon seit 15 Jahren als Botschafter dabei, um behinderten und traumatisierten Kindern eine Therapie mit Delphinen zu ermöglichen. Das Kinderlachen ist einfach ein tolles Gefühl. Unglaublich, was Delphine bewirken können.

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