STERNEKOCH

JOHANN LAFER

Für einen Moment mit Johann Lafer wäre an diesem März-Abend Früchtetee oder Rotwein die passende Getränkebegleitung gewesen. DUSmomente-Redakteurin Anne-Lena Jaschinski traf den Sternekoch am Rande des „Dîner en rouge“: Ein exklusives Dinner für Flughafen-Besucher mitten im Terminal, das ganz im Zeichen
der Farbe Rot stand. Von der Kleidung der Gäste bis zu den Speisen.

jaschinski Hallo Herr Lafer, schön, Sie bei uns am Flughafen begrüßen zu dürfen! Sie stellen heute den Hauptgang für das „Dîner en rouge“. Haben Sie schon einmal ein komplettes Menü nach Farben kreiert?

Lafer Das kommt eher selten vor. Zum Valentinstag vielleicht mal ein Rosendiner. Aber sieben Gänge, wie es sie heute Abend gibt, sind schon eine Herausforderung. Gut,dass ich nur den Hauptgang beisteuern muss (lacht).

Jaschinski  In einer Abflughalle haben Sie sicher auch noch nicht so oft gekocht, oder?

Lafer  Ich habe ja wirklich schon viele verrückte Dinge gemacht, aber so etwas wie hier habe ich noch nicht erlebt: Mitten in einer Abflughalle eines Flughafens ein so professionelles Dinner zu veranstalten, das komplett unter dem Motto Rot steht, ist der Wahnsinn. Aber ich muss dem Flughafen auch dankbar sein.

Jaschinski  Wieso das?

Lafer  Ich hatte endlich einen Anlass, meine roten Schuhe, die ich seit bestimmt 20 Jahren im Schrank stehen habe, mal wieder rauszuholen.

Jaschinski  Und Ihre rote Hose mussten Sie neu kaufen?

Lafer  Das stimmt, die habe ich am Flughafen gekauft. Extra für das „Dîner en rouge“ heute Abend. Schon verrückt, ich hatte noch nie eine rote Hose an!

Jaschinski  Verspüren Sie als Profi-Koch und TV-Star eigentlich noch so etwas wie Lampenfieber, wenn Sie an Abenden wie heute vor einem großen Publikum kochen?

Lafer  Lampenfieber nicht, dafür mache ich zu viele Aufzeichnungen und bin zu lange im Geschäft. Aber eine gewisse Grundanspannung ist da, und das ist auch gut so.

Jaschinski  Ist in der Küche schon einmal etwas richtig schief gegangen?

Lafer  Na klar! Ich habe mal in einer Fernsehsendung einen Wolfsbarsch serviert, den ich bestimmt sechs Mal zubereiten musste, weil er immer zerfallen ist, als ich ihn filetieren wollte.

Jaschinski  In Ihren Sendungen sind häufig Prominente zu Gast und Sie haben bereits bei unzähligen Veranstaltungen VIPs bekocht. Für welchen Promi würden Sie gern einmal hinter dem Herd stehen?

Lafer  Da ich sehr gläubig bin, würde ich sehr gerne einmal für den Papst kochen. Den deutschen Papst habe ich leider nicht kennenlernen dürfen, aber sollte der aktuelle Papst einmal an Ihrem Flughafen zu Gast sein, rufen Sie mich an.

Jaschinski  Haben Sie eine Vorliebe für eine regionale Spezialität?

Lafer  Rheinischen Sauerbraten.

Jaschinski  Und mit welchem Gericht kann man Sie jagen?

Lafer  Es gibt schon einiges, was ich nicht so gerne esse. Matjes, zum Beispiel.

Jaschinski  Sie sind beruflich viel in der Welt unterwegs. Wie stehen Sie als Sternekoch zum Flugzeug-Essen?

Lafer  Ich esse im Flugzeug eher selten, trinke höchstens einen Tee oder Wasser. Ich nutze den Flug lieber, um etwas Schlaf nachzuholen. Aber wenn ich im Flugzeug esse, kann ich wirklich nichts Schlechtes über das Menü sagen.

Jaschinski  Wenn Sie weltweit auswählen dürften – in welches Restaurant würden Sie Ihre Frau gerne morgen Abend einladen?

Lafer  In Hongkong gibt es im Hotel Mandarin Oriental ein erstklassiges Restaurant namens Amber. Der niederländische Küchenchef orientiert sich an der französischen Küche und mixt chinesische Komponenten dazu. Immer wieder ein tolles kulinarisches Erlebnis.

Jaschinski  Sie besitzen eine Helikopter-Lizenz und haben mal gesagt, dass Fliegen für Sie völlige Freiheit und Genuss bedeutet. Woher kommt diese Leidenschaft?

Lafer  Die ist wohl angeboren. Als Kind habe ich Modellflugzeuge gebaut und war schon immer gern in der Welt unterwegs. Das Reisen und vor allem das Selbst-Fliegen ist für mich etwas ganz Besonderes. Da bin ich einfach total happy.

Jaschinski  Und wohin fliegen Sie am liebsten in den Urlaub?

Lafer  Wir sind gerne und häufig in Asien, aber auch innerhalb Europas unterwegs. Beruflich bedingt vor allem in Großbritannien. In den Osterferien geht es mit der Familie aber nach Chicago, da freue ich mich schon sehr drauf.

„Diner en Rouge 2015“ MIT JOHANN LAFER

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