TANZ-WERTUNGSRICHTER UND TV-JUROR

Joachim Llambi

Acht Mal saß Joachim Llambi in den vergangenen zehn Jahren in der Jury von „TanzTerminal, tanz!“ am Airport. Von Mallorca ankommend hat der bekannte TV-Juror, der in Duisburg aufgewachsen ist, nur einen kurzen Moment Zeit, bevor es für ihn weiter nach Köln zu „Let’s Dance“ geht. Der als kritisch geltende Tanzexperte hat trotzdem viel zu erzählen. Von seinen Anfängen als Tänzer, seiner zweiten Heimat Spanien und wie er überhaupt zum Fernsehen kam.

Immer, wenn wir uns unterhalten, sind Sie unheimlich charmant. Aus dem Fernsehen sind Sie dagegen als Kritiker bekannt. Muss man als Tanz-Wertungsrichter immer so streng sein?

LLAMBI Im Fernsehen geht es ja um einen Wettbewerb. Die Paare trainieren jede Woche viele Stunden und ich bin einfach der Meinung, dass sie es verdient haben, eine ehrliche, kritische Beurteilung zu bekommen. Die Sendung hat diese Relevanz und diese tolle Quote, da soll ein gewisser Anspruch auch erhalten bleiben. Ich schaue also kritisch auf die Paare und beurteile dementsprechend.

 Kritisieren an sich ist also nicht negativ behaftet?

LLAMBI  Genau, Lob ist ja auch eine Form von Kritik. Ich gebe auch oft genug 10 Punkte, genauso wie ich auch niedrige Punkte gebe. Wer gut ist, kriegt gute Noten, und wer schlecht ist, kriegt nicht so gute Noten. Das ist wie in der Schule.

 Was war Ihre Lieblingsstaffel bei „Let’s Dance“?

LLAMBI  Dieses Jahr war auf jeden Fall eine meiner Lieblingsstaffeln. Wir hatten fantastische Prominente, die unterschiedlicher nicht sein konnten, und somit war diese Staffel eine der erfolgreichsten in den vergangenen 13 Jahren. Eine tolle Staffel war auch 2014, die Alexander Klaws gewonnen hat.

 Düsseldorfer kennen Sie ja auch von unserem Tanzevent am Flughafen, das in diesem Jahr bereits zum 10. Mal ausgetragen wurde. Sie waren von Anfang an mit dabei. Was ist das Besondere an „TanzTerminal, tanz!“ und wie hat es sich in diesem Jahrzehnt entwickelt?

LLAMBI  Beim TanzTerminal gibt es sehr viele Konstanten, wo der Zuschauer weiß, worauf er sich freuen kann. Es gibt ein sehr schönes Lateinturnier, was immer gut besetzt ist. In den letzten Jahren ist das Feld der Prominenten aus „Let‘s Dance“ immer größer geworden. Das ist natürlich ein Mehrwert. Der Zuschauer hat das Event immer gut angenommen.

 Kann jeder Tanzen lernen? Oder gibt es auch hoffnungslose
Fälle?

LLAMBI  Grundsätzlich kann das jeder irgendwo ein bisschen. Einige Leute haben da aber ein Händchen für, denen zeigt man was und schon funktioniert es. Es gibt also Menschen, die ein bisschen schneller lernen und besser im Tanzen sind. Das ist wie in jedem anderen Sport auch.

 Sie selbst haben ja relativ spät angefangen mit dem Tanzen. Also hatten sie das Talent dazu?

LLAMBI  Ja, das fiel mir eigentlich so zu. Ich fing mit fünfzehneinhalb Jahren in der Tanzschule an und habe dann mein erstes Turnier mit 17 getanzt. Das war also ein bisschen Talent, aber das hilft einem nur am Anfang weiter. Hinterher muss man viel Arbeit reinstecken, um auch bei den Guten mitzuhalten.

 Tanzen Sie denn noch regelmäßig?

LLAMBI  Ich tanze viel. Wenn ich mit meiner Frau auf Veranstaltungen bin, tanzen wir immer. Außerdem gebe ich auch noch sehr viele Workshops, wo ich natürlich vortanzen muss.

 Ursprünglich kommen Sie aus Duisburg. Nennen Sie doch mal drei Dinge, die Sie mit Ihrer Heimat verbinden.

LLAMBI  Ehrliche Menschen. Im Süden des Ruhrgebiets wunderschöne Ecken, zum Beispiel in Essen rund um den Baldeneysee. Typisch deutsch-bürgerliche Küche. Ich esse gerne Sauerkraut mit Mettwurst, das bekomme ich hier in Frankfurt gar nicht.

 Wie man am schönen Nachnamen erkennt, sind Sie Spanier.
Sind Sie noch häufig dort? Haben Sie einen Urlaubstipp für
unsere Leser?

LLAMBI  Als Städtereisen natürlich Madrid und Barcelona. Mallorca ist meine zweite Heimat, aber die Insel muss man glaube ich nicht mehr empfehlen. Wenn jemand gut essen, Weingüter besuchen oder Golfspielen möchte, dann ist die ganze Region von Tarragona bis zur französischen Grenze, also der katalanische Bereich sehr zu empfehlen. Dort bin ich sehr gerne.

 Sie sind ja mittlerweile nicht nur bei „Let’s Dance“ zu sehen, sondern auch in diversen anderen Unterhaltungsformaten. Wie kamen Sie überhaupt zum Fernsehen?

LLAMBI  Ich war damals im Vorstand des Profi-Tanzverbandes zuständig für neue Medien und da hatten wir gehört, dass RTL dieses Format gekauft hat. Eigentlich sollte ich als Berater nur unsere Profis an den Sender bringen. Aber dann hat man mich gefragt, ob ich nicht in die Jury möchte. Und so bin ich wie die Jungfrau zum Kind gekommen.

 Mit wem würden Sie gern mal tanzen und was?

LLAMBI  Mit Frau Merkel würde ich gern einmal tanzen und dann
etwas Ruhiges, so dass wir uns gut unterhalten können.
Einen Walzer zum Beispiel.

 Welchen Promi würden Sie gern mal bei „Let’s Dance“ sehen?

LLAMBI  Die Frage krieg ich immer wieder gestellt. Ich habe da ehrlich gesagt gar keine Wünsche, weil zum einen hatten wir schon sehr viel tolle Prominente in der Show, und zum anderen haben oft die mit einem nicht so großen Namen super eingeschlagen.

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